Domaine Lignier-Michelot, Morey St. Denis

- Domänendirektimport seit Jg. 2003, Exklusivimport in Deutschland -

„Mein Ziel ist, dem Terroir zu folgen und sehr pure Weine zu erzeugen...mit vollem Körper doch leichtgängig und lang im Geschmack...Burgund bleibt ein Mythos, aber man darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen.“

Virgile Lignier

Blick auf Morey St. Denis im Herbst
Blick auf Morey St. Denis im Herbst

Historie

Während der drei Generationen, die die Ligniers (eine in Morey weitverzweigte Familie, deshalb nahm Virgile Lignier zur besseren Unterscheidung den Namen seiner Mutter für die Domaine dazu - Lignier-Michelot !) in Morey Wein erzeugen - wie die meisten begann Virgiles Großvater mit einer Polykultur, in der die Rebe jedoch bereits die Hauptrolle spielte - hat sich enorm viel geändert. Die Änderungen sind geradezu prototypisch für das, was sich in einigen Winzerfamilien in den letzten Dekaden getan hat. Während Virgile Ligniers Großvater wie Vater Maurice den erzeugten Wein noch en vrac an den Négoce verkauften, wird seit 1988, dem Jahr, an dem Virgile an die Seite seines Vaters tritt, mehr und mehr der Produktion selbst auf die Flasche gebracht. Im Jahr 2000 wird dann die gesamte Produktion selbst abgefüllt. 2000 ist auch das Jahr, in dem Virgile Lignier, der nach Schulabschluß das lycée viticole in Beaune absolviert hatte, erstmalig die Verantwortung auf der Domäne hat, Vater Maurice setzt sich zur Ruhe.

Virgile Lignier
Virgile Lignier

Vitikultur

"Die größten Änderungen im Verhältnis zur Periode meines Vaters gab es im Weinberg." (Virgile Lignier)

2001 nimmt Virgile das traditionelle Pflügen wieder auf, verabschiedet sich vom Einsatz von Herbiziden. Er praktiziert zunächst noch lutte raisonnée, um dann jedoch mehr und mehr zu komplett organischer Bewirtschaftung überzugehen. Seit 2006 befindet er sich dann im Prozess, biologisch zertifiziert zu werden. 2010 ist schließlich der erste Jahrgang, in dem der Weinberg komplett organisch bearbeitet wird. Ein gesunder Boden wie eine gesunde, widerstandsfähige Rebe, ein natürliches Gleichgewicht im Weinberg, allein das erlaubt die vollständige Transmission des Terroircharakters auf die Flasche.

Das Terroir ist jedoch auch dann nur ein matter Abglanz, wenn die Erträge es nicht erlauben, zu einer phenolisch vollreifen Frucht zu kommen: "Man kann einen großen Wein nicht ohne die bestmögliche Frucht erzeugen." Auch hier nimmt Lignier eine Kehrtwendung gegenüber der Praxis der 70er bis 90er Jahre vor. Ébourgeonnage (das Ausbrechen doppelter Augen), évasivage (Entfernung überzähliger Knospen) finden - wieder - Eingang in die Arbeit im Weinberg.

Die Schlußauslese gewinnt dann auch bei Virgile Lignier hohen Stellenwert - hier wird darüber praktisch entschieden, ob nur gesunde und phenolisch reife Frucht zur Vinifikation kommt.

Morey St. Denis
Morey St. Denis (Foto: Ray Walker)

Vinifikation und Ausbau

"Virgile Ligniers Stil ist einer der elegantesten an der Côte d'Or." (Allen Meadows, 2011)

"Wir bearbeiten den Weinberg, aber nicht den Wein." (Virgile Lignier)

Zunächst war es Virgiles Ziel, konzentriertere, aber auch präzisere Weine als früher zu machen, dabei jedoch auch bestimmte Züge der Vinifikation ("die kleinen Geheimnisse") beizubehalten, die ihm sein Vater, den er als "fähigen Vinifizierer" bezeichnet ("er schaffte es Jahr für Jahr, köstliche Weine zu erzeugen"), beigebracht hatte.

Lignier verlängerte nicht nur die cuvaison, die Gesamtzeit der alkoholischen Fermentation bis zur Abfüllung auf die Fässer. Er praktizierte Anfang bis Mitte der letzten Dekade relativ viele pigeages und remontages (Bewegung des Mostes vom Boden über den oben befindlichen Schalenhut). Heute extrahiert er deutlich weniger - bei weiter verlängerter Dauer der cuvaison. Und er erhöhte die Sorgfalt, die Detailliertheit bei der Vinifikation - in jedem Stadium werden die einzelnen Cuvées jeweils neu verkostet, um u.U. korrigierend eingreifen zu können.

Virgile praktiziert seit dem Jg. 2007 eine partielle vendanges entières (Vinifikation mit Stielen) für bestimmte Weine. Verwendet wird hierfür nur die Frucht kleinbeeriger optimal reifer Trauben (raisins millerandés) - ein beträchtlicher Mehraufwand ggü. durchgängigen vendanges entières. Technisch werden zwei Auslesetische benötigt: "einen für die positive, einen für die negative Selektion." (Lignier) Der Prozentsatz der vendanges entières ist nie fix, er kann sehr variieren, wie man vom Ausgangspunkt, nur vollständig reife Stiele zu verwenden, nachvollziehen kann. Weitere bemerkenswerte Entwicklung chez Virgile, immer auf dem Weg zu mehr Piurheit und Eleganz, ist die Reduzierung des Schwefeleinsatzes. Weitestgehend wird nun à la Thomas Bouley oder Sylvain Pataille nur noch minimal vor der Flaschenabfüllung geschwefelt ("Bei einem kühlen Keller, bei gesunden Hefen, den Tanninen des Weines schützt sich der Wein selbst. Nach der Flaschenabfüllung geht der Wein in der Regel auf Reisen, hierfür braucht er ein Minimum an Schwefel, aber nicht solange er sauber im Faß sich entwickelt.")

Was den Faßausbau angeht, eliminierte Lignier nach Übernahme der Verantwortung zunächst Fäßer mit störendem Holzeinfluß, entschied sich dann nach diversen Experimenten für einen Tonnelier, Francois Frères, der auch schon der Faßmacher Henri Jayers war und der Faßmacher von DRC ist("der Einfluß des Holzes bei Francois ist erst zum Ende des Ausbaus richtig gut"). Die verwendete Proportion neuen Holzes variiert heute zwischen 20% und 50%, Lignier rotiert maximal über vier Jahre seine Fässer und weiß, daß "es mehr auf die Qualität des Holzes als auf die Proportion neuen Holzes ankommt." Man man hinzufügen, und ebenso darauf, daß der Wein Substanz hat, um die Subtilität zu entwickeln, die der Faßausbau mit sich bringen kann ohne geschmacklich vom Holz markiert zu werden. Schon Mitte der letzten Dekade hatte Lignier eine neue Cuverie auf der 'falschen' Seite der RN74 errichtet, die er jetzt nochmals erweiterte.

Ausblick

Virgile Ligniers Weine definieren einen Stil, den er selbst als „zart und kräftig zugleich, ursprünglich“ beschreibt. Er hat diesen Stil nach und nach perfektioniert, um ab dem Jg. 2011 unbestreitbar zu den Topdomänen Morey St. Denis wie der Côte de Nuits zu gehören. Die Weine Morey St. Denis - vor allem En la rue de Vergy, Faconnières, Clos de la Roche und Clos St. Denis - "gelangen" hier - intimere Kenntnis der Lagen und längere Einwirkungsmöglichkeiten sollten die wesentlichen Gründe dafür sein - jahrelang "besser" als andere Appellationen, doch zuletzt hat der Chambolle 1er Cru aufgeschlossen, transportiert die Magie dieser Appellation, und gehört deshalb in dieses Angebot.

Großer Wein ist immer trinkbarer, trinkanimierender Wein, das sind stets Flaschen, die schnell geleert sind, weil sie den Sinnen guttun, sie beflügeln. Virgile Lignier hatte das lange zuvor verstanden - allein, der Weg zur Schaffung aller Vorraussetzungen dafür - im Weinberg wie im Keller - das brauchte (und braucht stets) einige Jahre. 

August 2016

„Virgile Lignier, ein junger, intelligenter und ehrgeiziger Winzer, ist Teil der Elite der neuen Generation in Burgund, jener Elite, die nach und nach den Stil der großen Erzeuger der 20er und 30er Jahre wiederfindet."

Bettane/Desseauve, Le Guide des vins, 2016

"Die Generation der Arlauds und Ligniers bewegt Burgund mit biologischer Vitikultur und einer Vinifikation, die maximal nahe am Charakter der Traube ist, wie selten zuvor...Die besten Weine Morey St. Denis' müssen absolut nicht den Vergleich mit den besten Gevreys oder Chambolle-Musigny scheuen."

Bourgogne aujourd'hui, No 87/No 61

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