Nicolas Rossignol, Beaune

- Domänendirektimport seit Jg. 2005 -

„Der Stil der Domäne erreicht heute eine unbestreitbare Komplettheit in Sachen Eleganz und Spannung des Geschmacks. Nicolas Rossignol ist heute Teil einer Elite einer neuen Generation von Terroirwinzern, die auf der Suche nach absoluter Balance sind. Mit dieser Domäne ist man am nächsten an dem, was die Quintessenz der Côte de Beaune darstellt.“

Bettane/Desseauve, Guide des vins 2017

Nicolas Rossignol
Nicolas Rossignol

Historie

Die heutige Domaine Nicolas Rossignol umfaßt 17ha, Nicolas erzeugt Wein aus fast 30 Appellationen an der Côte de Beaune. Rossignol stammt aus Volnay, ist in fünfter Generation Winzer. Auf der elterlichen Domaine Rossignol-Jeanniard, die er 2011 übernimmt, vinifiziert er 1994 seinen ersten Jahrgang.

Rossignol (ein in Volnay augenscheinlich weitverbreiteter Name), ist Teil jener ersten Generation an Winzern Burgunds, die eine önologische Ausbildung (lycée viticole - Beaune) und weitreichende Erfahrung auch außerhalb der Region (Joseph Voillot - Volnay, Louis Latour -  Ardèche, Vieux-Télegraphe - Châteauneuf-du-Pape, Boschendahl - Südafrika, Château La Cardonne - Bordeaux) aufweisen. 

Seit 2016 verfügt Rossignol über eine brandneue, elegante wie äußerst funktionelle Cuverie an der Peripherie Beaunes. Die problemlos geglückte, äußerst erfolgreiche Vinifizierung der 2015er Weine machte praktisch klar, daß die Natur (hier die Wirksamkeit der Hefen für die alkoholische Fermentation) auch in einer modernen Umgebung funktioniert - schließlich befinden sich die Hefen keineswegs allein auf den Traubenhäuten, sind vielmehr überall in der Umgebung, auch im Kellerequipment, vorausgesetzt nichts Toxisches wird reinigend verwandt.

Volnay
Volnay

Nicolas Rossignol oder: eine Lektion in Sachen Größe eines Terroirs

Nicolas Rossignol ist zweifelsfrei einer der leidenschaftlichsten wie selbstkritischsten Winzer an der Côte d'Or. Wenn man in seinem Keller zu der Auffassung gelangt, man sei bei vielen seiner Weine in der Präsenz einer Art Essenz der Lagen, von denen sie stammen, dann wird klar, daß es den Winzer, sozusagen einen Türöffner, braucht, um Lagen überhaupt ganz zu erfahren.

Das Gefühl, Terroirs so vollendet, so detailliert zu erfahren wie bei Rossignols Premier Crus aus Volnay und Pommard, lehrt, dass ohne die Qualität der Arbeit des Winzers ein Terroir nie zu seinem ganzen Recht kommt. Die Idee der natürlichen Größe einer Lage, die nicht zu verwechseln ist mit den je objektiv unterschiedlichen Vorraussetzungen für die Reife (was die Appellationshierarchie in Burgund im Kern ausmacht - Drainage, Exposition, Neigung, Boden), trennt diese Vorraussetzungen ideell von der betriebenen Weinkultur und macht sie zu einer Art eigenständigem Subjekt - was sie nicht sind. Diesem Fehler liegt auch die Einschätzung so gut wie aller Neulinge in Sachen Burgund zugrunde, allein die Appellationsstufe auf dem Etikett garantiere Überlegenheit bzw. Güte.

Und nicht einmal die Vorstellung einer Unverändertheit der natürlichen Vorraussetzungen ist korrekt. Menschen, insbesondere Winzer, haben schon von jeher, auch hier, Änderungen an der Natur durchgeführt.

Nicolas Rossignol oder: nicht jeder kann hier importieren

Der Verlauf der kurzen Episode zwischen Bobby Kacher (US-Importeur und guter Freund Robert Parkers) und Nicolas ist beredt. Nicolas trennte sich (es ist schon mehr als eine Dekade her) - übrigens ebenso wie Henri Boillot seinerzeit - sehr schnell wieder von Kacher. Kacher war jemand, der Nicolas' und damit Burgunds Ansatz in Sachen Typizität und Klasse verständnislos entgegenstand. In einem sehr aufschlußreichen Experiment (Blindverkostung zweier sehr unterschiedlicher Weine) von Nicolas identifizierte Kacher einen holz- und tanninwuchtgeprägten Wein (den es, so Nicolas, leicht fiel zu erzeugen - genau das ist der Witz an solchen Weinen, sie kann es überall geben!) als 'typisch', einen die Lagendefinition respektierenden Wein jedoch als 'wenig aufregend' ansah.

Die Episode ist ein schönes Lehrstück darüber, mit welch' diametral entgegengesetzten Parametern in der angeblich so einheitlich nach 'gut' und 'schlecht' aufgestellten Weinwelt tatsächlich gewertet werden kann. Man sollte jedenfalls den Geschmack und die inhärent angelegten Parameter von Verkostern kennen, bevor man sich dem verführerisch simplen Bewertungssystem als wegweisend für die eigene Entscheidung ergibt.

Blick auf Pommard
Blick auf Pommard

Nicolas Rossignol oder: vom Unterschied bzw. Gleichklang zu früheren Generationen

Wesentlich, so Nicolas zum Unterschied zwischen der heutigen Winzergeneration und der Generation der Väter, seien die Erträge: "Mein Vater hat immer die Böden gepflügt, nie Herbizide eingesetzt. Er war stets sehr nahe am Boden und hat mir das Gefühl für den Boden vermittelt. Aber er verkaufte an den Négoce in den 70er und 80er Jahren, es gab kein Interesse, auf die Mengen groß zu achten. Es war die schlechte Zeit Burgunds." Mit Nicolas' Entscheidung, den Wein selbst unter dem Namen der Domäne zu vermarkten, war auch insofern die Richtung zur maximal möglichen Güte klar: "Ich wollte eines Tages zu einer Referenz in Volnay werden." Interessant, daß Rossignol auf diesem Weg auf Anregungen seines Großvaters zurückgegriffen hat: "Mein Großvater zeigte mir, wie man kleinere Trauben mit besserer Konzentration erzeugen kann, er lehrte mich, nach den Regeln des Mondkalenders zu arbeiten und wie man eine Vinifikation mit Stielen vollbringt. Und er ermutigte mich auf dem Weg zu höchstmöglicher Güte."

Es ist in verschiedenen Kellern Burgunds, so auch in dem von Rossignol, aufschlußreich zu sehen, welche Differenz sich zu den übrigen Weinen aufbaut, wenn eine Parzelle übernommen wird, die jahre- oder jahrzehntelang der herrschenden Weinbergskultur der 70er und 80er Jahre (wie oben angemerkt, nicht der Fall in der Familie Rossignol) anheimgefallen war, also mit Blick auf Menge und Einfachheit der Bewirtschaftung (Herbizide, Dünger) bearbeitet wurde: insbesondere in den ersten Jahren nach Übernahme wirken die Weine flach, eindimensional, unlebendig, kurz im Geschmack - kurzum langweilig. Erst die Revitalisierung der Böden, das strikte Bemühen um optimale Reife, führt die Weine wieder an das heran, was das Terroir potentiell ausdrücken kann. Wenn Winzer wie Rossignol, Thibault Liger-Belair oder Fèvre solche Lagen übernehmen, ist das gut. Dann ist auch hier die "schlechte Zeit Burgunds" vorbei (diese 'Zeit' existiert übrigens heute, wenn auch in minderem Maße, weiter fort), auch wenn es Jahre benötigt, die resultierenden Weine wieder mit Leben zu füllen.

Aktuelles

Wir importieren hier seit Jg. 2005 und sehen seit dem Jg. 2011 die Weine mit noch mehr innerer Harmonie. Daß die Vinifikation bei Nicolas inzwischen eher eine Infusion ist mit 3-4 pigeages während der gesamten Fermentation, unterstreicht den Grad der vollen Reife der Frucht, den er mittlwerweile in seinen Lagen erreicht. So stellt man den Wein, die Lage, in den Mittelpunkt. Wenn das allerorten mit großer Anerkennung bedacht wird ("Niemals hat die Domäne so gute Weine erzeugt wie heute", so z.B. die Revue du vin de france), zeigt das, wie sehr wir weinmäßig von den 90er Jahren mittlerweile entfernt sind. Tant mieux!

Juli 2017

„Alle wesentliche Arbeit wird im Weinberg gemacht, das Ziel ist, die Traube in perfektem Zustand einzufahren. Natürliche Hefen, gerade mal eine minimale Schwefelung bei der Flaschenabfüllung. Die Vinifikation vollzieht sich im Stahltank, der Faßausbau bemißt sich an der Natur des Jahres, es sind jedoch niemals mehr als 1/3 neues Holz. Man muß sich selbst als Winzer herauszunehmen wissen: auch das ist eine Signatur eines Winzers. Und in Burgund, wo man die Terroirs heraushebt, ist diese Signatur wesentlich. Es gibt viele große Terroirs, die schlecht behandelt werden!“

Nicolas Rossignol

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