Bénigne Joliet, Fixin

- Domänendirektimport seit Jg. 2008, Exklusivimport in Deutschland -

„Die Weine des Clos de la Perrière zählen seit langem zu den têtes de cuvées Burgunds. Was sie charakterisiert, ist, dass sie tieffarbig und sehr vinös sind und den Vorzug haben, länger aufbewahrt werden zu können als die Weine jeden anderen Ortes unserer Côte d''Or. Mit dem Alter erwerben sie, wie alle großen Weine der Lagen um Gevrey-Chambertin, jenes Bukett, das das Vergnügen mit den Weinen Burgunds ausmacht und sie in der Welt an die Spitze stellt.“

Dr. Jules Lavalle, Histoire et statistique de la vigne et des grands vins de la Côte d'Or, 1855

„Der Clos de la Perrière hätte Grand Cru sein können, er hätte heute diesen historisch nachvollziehbaren Rang, wenn Fixin sich in den 20er Jahren mehr dafür in die Waagschale geworfen hätte.“

Francois Bazin, Le Grand Bernard des vins de france, Chambertin, Paris, 1991

Le Manoir de la Perrière (12. Jahrhundert)
Le Manoir de la Perrière (12. Jahrhundert)

Historie

Die historische Reputation dieser Monopollage in Fixin ist außerordentlich. Der Marquis de Montmort, Eigentümer hier in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, verkaufte seinerzeit den Clos de la Perrière zum gleichen Preis wie seinen  Chambertin. Der Clos de la Perrière wurde gleichrangig zu den allergrößten Weinen Burgunds eingestuft - als tête de cuvée. Es waren die Mönche Citaux' - Citeaux liegt keine 30 km entfernt in der Ebene nach Osten - , die dieses Terroir auswählten. Sie erkannten die Besonderheit der Lage, sowohl die ideale Exposition zur Sonne als auch die ideale Beschaffenheit des Bodens - Lydia und Claude Bourguignon haben in jüngster Zeit die optimalen Vorraussetzungen bestätigt.

Die Magie des Ortes ist unbestreitbar. Dr. Lavalle notiert im Standardwerk des 19. Jahrhunderts: "Die Geistlichen von Citeaux hatten mit großer Genauigkeit ihr Haus in Fixin ausgewählt, das, so sagt man, als Hospiz für kranke Mönche diente wegen der guten Luft, die man hier atmen kann. In den Gärten gibt es Eichen, die einen Umfang von drei Metern haben und noch größere Nußbäume; die Eichen scheinen ebenso alt zu sein wie das Haus. All diese Bäume, zum einen am Gipfel, die anderen im Ausgang des Steinbruchs plaziert - von dem die lokale Tradition berichtet, daß hier die Steine gewonnen wurden, die zum Bau des Hauses verwendet wurden, dem er seinen Namen gegeben hat (eben Manoir de la Perrière, perrière = Steinbruch. Der Verf.) ebenso wie sie zum Bau der Kirche Fixins verwendet wurden - erzeugen einen denkbar malerischen Eindruck. Das Haus selbst bietet die großartigsten Aussichten: unten das Dorf von Fixin und alle Orte der Côte rechts wie links bis Dijon und darüberhinaus; gegenüber eine große Menge an Ortschaften und als Perspektive das Jura und die Alpen. "

1142 hatten sich die Zisterzienser hier niedergelassen und den Bau des bis heute unveränderten Manoir de la Perrière begonnen. Hier erfolgten dann später auch Vinifikation und Ausbau der Weine des Clos de la Perrière, der wie der Clos de Tart , stets ein Monopol geblieben ist. Seit 1853 befindet sich der Clos in den Häden der Familie Joliet, die heute mit Bénigne Joliet - der 1993 auf die Domäne eintritt, mit ihm endet 1998 auch die Periode der Kommerzialisierung des 'Clos' durch den Négoce - in sechster Generation alles daran setzt, die Weine - es wird auch ein weißer Clos de la Perrière erzeugt - wieder auf die Stufe zu bringen, die sie historisch (s.u. die Anmerkung Dr. Lavalles) eingenommen haben.

Mit Bénigne Joliet sind wir der Auffassung, daß es zwei Etappen des Wiederaufstiegs dieses Crus gab: zunächst jene Etappe nach 2002, die die volle Verantwortlichkeit Bénignes, die Emanzipation von der Familie, ebenso sah wie eine striktere Orientierung an der Qualität, was u.a. eine neue Équipe bedeutete. Joliet engagierte u.a. Laurent Page, der über große Erfahrung mit Grand Cru-Weinbergen der Côte d'Or verfügt. Es ist dies auch die Etappe, die die Unterstützung Philippe Charlopins, des umtriebigen Winzers aus Gevrey, sieht. Schließlich ist dies auch die Phase intensiver Verkostungen der Grand Crus der Côte d'Or. Die Periode sieht eine Reduzierung der Erträge auf 35 hl/ha - eben jener Maßzahl für Grand Crus - , die Aufteilung und Bearbeitung des 'Clos' in verschiedene Parzellen - ähnlich wie auf dem Clos de Tart - und die Heranziehung eines neuen, exzellenten Tonneliers (Chassin). 

Doch die Erneuerung ist nicht vollständig abgeschlossen, die Fundamente allerdings gelegt. Denn noch atmen die Weine dieser Zeit per Vinifikation und Ausbau etwas zu sehr die Handschrift des Winzers, das Terroir in seiner Finesse ist nicht völlig frei. 2007 endet die Zusammenarbeit mit Philippe Charlopin, dem Bénigne einiges zu verdanken hat (übrigens auch Denis Mortet, den er "eine Referenz als Winzer" nennt). Aber er spürt, daß der 'Clos' Großartigeres hervorbringen kann, und schließlich beweist er dies mit den Weinen ab dem Jahrgang 2008!

Vitikultur

Bénigne Joliet arbeitet weitestgehend wie auf Clos de Tart (der Anteil neuen Holzes beim Ausbau ist jedoch deutlich niedriger) – parzellenweise Ernte wie Vinifikation nach der Bodenanalyse der Bourguignons, Ausrichtung der Menge an der maximalen Qualität der Frucht, organische Bewirtschaftung des Weinberges, Deklassierung als ungeeignet für den Grand Vin erachteter Frucht.

Blick auf den Clos de la Perrière
Blick auf den Clos de la Perrière

Vinifikation und Ausbau

Nach einer Selektion der Trauben im Weinberg und dann per vibrierendem Auslesetisch - essentiell ist, die Integrität der Trauben zu bewahren - vinifiziert Joliet parzellenweise. "Auf der Domäne", so Bénigne Joliet zum Charakter der Vinifikation wie des Faßausbaus, "haben wir uns noch nie in der Welt der Extraktion und des neuen Holzes bewegt." Erst mit der Qualität der Trauben, die man hier seit 2008 einbringt, erfährt man allerdings die für Fixin so ungewohnte Finesse der Textur dieser großen Lage. Ein verkosteter 2002er Clos de la Perrière z.B. war eine große Enttäuschung angesichts des Potenzials dieses Jahres - hervorgegangen aus einer anderen Vitikultur (s.o. zur heutigen) und fehlender Auslese war das folgerichtig. Und ganz nebenbei der schlagende Nachweis, daß die Klasse eines Weines mit der Vitikultur steht und fällt - nicht mit dem Wetterverlauf!

Ausblick

Noch in den 1920er Jahren als tête de cuvée, also auf heutigem Grand Cru Level von Camille Rodier eingestuft, kann das Bestreben Benigne Joliets kein anderes sein als an diese historische Reputation anzuknüpfen. Auch wenn es aktuell manchen Grand Cru gibt, der hinter dem aktuellen Clos de la Perrière bereits zurückstehen muß, wird man den Wein noch nicht im Pantheon der allergrößten Weine sehen können. Was nach nur etwas über einer Dekade erstrangiger Vitikultur auch ein zu hoher Anspruch wäre. Allerdings sollten Kenner davon Kenntnis nehmen, daß der Clos de la Perrière heute dasselbe Level der Verfeinerung aufweist wie hervorragende Premier Crus der Côte de Nuits - und das zum Preis eines Village bekannterer Appellationen. Vergessen Sie Fixin, hier handelt es sich um Clos de la Perrière!

Mai 2016

"Der Clos de la PerrIère rivalisiert heute mit den verfeinertsten Weinen aus Gevrey-Chambertin."

Michel Bettane, The World of Fine Wine, 2016

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