Cyprien Arlaud, Morey St. Denis

- Domänendirektimport seit Jg. 2001 -

Cyprien Arlaud
Cyprien Arlaud

Historie

Joseph Arlaud aus der Ardèche heiratet 1949 die burgundische Winzerstochter Renée Amiot, die Côte d'Or-Lagen (u.a. kleine Anteile an Clos St. Denis und Bonnes Mares) mit in die Ehe bringt. Joseph vergrößert in der Folge den Besitz der neu entstandenen Domaine Arlaud vor allem in Morey St. Denis. Er betreibt noch bis 1970 eine Baumschule, um sich dann ganz dem Winzerhandwerk zu verschreiben. 1966 hatte er den großartigen ehemaligen Salzkeller der Herzöge Burgunds erworben und dann zum Ausbau der Weine genutzt. Heute werden die Weine der Domaine dort gelagert, während Vinifikation und Faßausbau in der 2004 bezogenen neuen Cuverie in Morey durchgeführt werden. Es ist in Nuits St. Georges, im herrlichen Salzkeller der Herzöge Brugunds, wo wir 2001 erstmals die Weine der Domaine verkosten.

1982 übernimmt Josephs Sohn, Hervé, die Domaine. Hervé, noch heute bei der Weinbergsarbeit aktiv, vergrößert die Domaine weiter und entwickelt auch die Kommerzialisierung der Weine ab Domaine.

1997 beginnt Cyprien, Hervés ältester Sohn, auf der Domäne zu arbeiten. Es ist die dritte Generation der Arlauds - zwischen 2004 und 2012 arbeiten Cyprien sowie Romain und Bertille, die beiden Geschwister Cypriens, Seite an Seite (Romain hat die Domäne inzwischen verlassen) - , die diese Domaine zu eine der führenden an der Côte de Nuits macht.

Vitikultur

Heute ist die Domaine Arlaud als erste Domaine in Morey St. Denis biodynamisch zertifiziert (biodyvin). Cyprien ist sich der Sackgasse 'konventioneller' Vitikultur von Beginn an bewußt - Herbizide nehmen den Böden das Mikroleben, darüber den Sauerstoff, die Böden werden kompakt, was Tiefenverwurzelung nicht mehr zuläßt. Herbizide verschmutzen aber auch das Grundwasser.

1999 beendet Cyprien den Einsatz der Herbizide. 2004 sieht den Start der biologischen Vitikultur auf der Domäne, 2009 den Beginn der Biodynamie, 2014 die biodynamische Zertifizierung. Die Domäne erzeugt seit 2009 auch ihren eigenen Kompost, der für die Vitalisierung, die bessere Ausgewogenheit der Böden verwendet wird. Bereits seit 2004 pflügt  Bertille Arlaud per Pferd 6 ha der Domäne - die Domäne ist sich der Probleme der Kompaktierung der Böden (Minimierung des Mikrolebens, Erosion) bewußt.

Die Effekte der organischen Bewirtschaftung des Weinberges sind unzweideutig positiv: nicht nur hat sich die Widerstandskraft der Reben gegen Krankheiten wie echten und falschen Mehltau, es hat sich auch die Leistungskraft der natürlichen Hefen deutlich verstärkt. Nicht zuletzt haben die Weine hier seit 2000 aufgrund größerer Ausgewogenheit an Purheit und Ausdruckskraft gewonnen. 

Auch Cypriens Fortführung der traditionellen Praxis der sélection massale (Weitergabe nur des gesündesten und qualitativ interessantesten Rebgutes) trägt ihren Teil zur hohen Qualität hier bei.

Ein Maximum der Arbeitszeit der Équipe der Domaine wird darauf verwandt, jeder einzelnen Rebe die Sorgfalt angedeihen zu lassen, um eine optimale Reife zu erreichen - winterlicher Rebschnitt, Ausbrechen überzähliger Knospen, das Ausrichten und Festbinden der Reben, Behangausdünnung, Entfernung von Blattwerk und Kappung der Rebspitzen.

Bertille Arlaud beim Pflügen mit Pferd
Bertille Arlaud beim Pflügen mit Pferd

Vinifikation und Ausbau

Nach manueller Ernte und erstmaliger Auslese - die Domäne verwendet kleine 25 kg-Körbe, um das Aufplatzen der Trauben zu verhindern - durchläuft die Frucht zwei weitere Selektionen auf Auslesetischen, wird dann in der Regel zu 2/3 entrappt. Die natürliche Fermentation erstreckt sich über ca. 20 Tage, Cyprien interveniert sehr wenig per remontage oder pigeage. Der gröbere vin de presse wird dann separiert, nur der feinere vin de goutte für die Entstehung der Weine verwendet.

Die Villages sehen 10-15% neues Holz, die Premier Crus 20-25%, die Grand Crus 30% - abgestochen von den Hefen wird selten mehr als einmal, nämlich vor der Flaschenabfüllung. Letztere, die nach 14-16 Monaten Faßausbau erfolgt, wird  ohne Schönung und Filtrierung praktiziert, außerdem traditionell nach dem Mondzyklus.  

Ausblick

Cyprien Arlaud ist ein Winzer, dessen Stilistik sich um Purheit und Finesse zentrieren. Es gehört zu den gröbsten Mißverständnissen der Weindiskussion, diese Charakteristika im Gegensatz zu Dichte des Stoffes oder gar Nachhaltigkeit zu sehen. Aber ein großer Burgunder bedeckt mit seiner Finesse, seinem aromatischen Raffinement seine Substanz. Daß letztere sich verfeinert zeigt, bedeutet nicht, sie existiere nicht. Ebenso wenig wie die Nicht-Fühlbarkeit von Tanninen aufgrund ihrer hohen Qualität nicht bedeutet, daß ein Wein keine Struktur habe. Burgunds große Weine sind deshalb zurecht seit Jahrhunderten reputiert, weil sie eine Ausgewogenheit und damit eine Sinnlichkeit haben, die ansonsten rar sind. Cyrien Arlaud, dem nicht nur Bourgogne aujourd'hui "spektakuläre Resultate" bescheinigt, setzt diesen Klassizismus Burgunds, in der Reintönigkeit und Klarheit einen festen Fond bestimmen, exemplarisch um. Die zuletzt in Burgund verkosteten 2014er Weine sind ein großartiges Testat dieses Stils.

Heute wird die Domäne mehr und mehr vom Weinjournalismus "entdeckt" - es ist tatsächlich schwierig, die Klasse dieser Weine zu übersehen.

Juni 2016

"Die Weine hier werden in einem puren und natürlichen Stil erzeugt, jeder einzelne Weine ist sehr beredt, was sein entsprechendes Terroir anbetrifft."

Neal Martin, The Wine Advocate

„Die Domänen Arlaud und Lignier-Michelot werden von Winzern geführt, die in den Dreissigern sind. Mit organischer Arbeit im Weinberg, einer Vinifikation, die die Trauben respektiert, ist es diese Generation, die Burgund wie selten zuvor in Bewegung bringt. Das Schlüsselwort ist heute Balance. Eine Balance im Weinberg, um diese besser im Wein zu erlangen. Ohne Dinge zu erzwingen.“

Bourgogne aujourd'hui No 87

„Die Weine hier sind von großer Purheit, fein und elegant.»

La Revue du vin de france, 2014

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