Comte Armand, Pommard

- Direktimport seit Jg. 2001 -

„Comte Armand’s Clos des Epeneaux bleibt einer der am fairsten bepreisten Weine der Welt, wenn man seine Qualität bedenkt, die gleich der oder über jener von vielen Weinen, die dem Papier nach von höherer Herkunft sind, liegt. Kürzlich verkostete Flaschen aus 2002 und 2003 waren großartig."

Antonio Galloni, 2012

„Comte Armands Auxey-Duresses 1er Cru ist ein Monument im Rahmen seiner Appellation.“

Christophe Tupinier, Le Point, 03.04.2014

Blick auf die Gebäude der Domaine des Epeneaux (Comte Armand)
Blick auf die Gebäude der Domaine des Epeneaux (Comte Armand)

Historie

Die Domaine Comte Armand ist aus dem Besitz der Familie Marey-Monge, die u.a. neben den Liger-Belairs eine der bedeutendsten Landeigentümer an der Côte d'Or im 19. Jahrhundert war, hervorgegangen. 1826 heiratete Clothilde Marey Jean-Francois Armand. Dabei vermachte Nicolas Marey seiner Tochter den Besitz des Clos des Epeneaux.

Der Clos des Epeneaux (5,25 ha) selbst ist eine Definition von Nicolas Marey. Nachdem Marey in Folge der frz. Revolution Besitzer der gesamten Premier Cru Lage Epenots geworden war, hatte er just diesen bestimmten Teil der Lage als 'Filetstück' durch Evaluierung der Resultate der einzelnen Parzellen identifiziert. Um die Wende zum 20. Jahrhundert herum verkaufte die Familie Armand (Ernest Armand war vom Papst in den 1850er Jahren zum Comte ernannt worden) ihren gesamten Weinbergsbesitz mit Ausnahme des - Clos des Epeneaux. Erst ab 1930 wurde der Weinberg, zerstört wie so gut wie alle Weinberge Frankreichs gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Gefolge der Attacke der Reblaus, wieder neu bestockt. Bis 1994, und das ist rar in einer Region wie Burgund, wo eine Domäne fast immer einen Anteil einer Vielzahl von Lagen besitzt, bestand diese Domäne nur aus eben jenen 5,25 ha des Clos des Epeneaux (Epeneaux ist wohl eine Kombination aus Epenots, dem ursprünglichen Lagennamen und dem Verweis auf eaux, Wasser, weil unter dem Clos eine unterirdische Quelle besteht). Der Besitz am Clos des Epeneaux wurde dann ab Mitte der 90er Jahre ergänzt durch Anteile an Lagen in Auxey-Duresses und Volnay.

Pascal Marchand
Pascal Marchand

1984 sucht Comte Gabriel Armand - die Familie wohnt seit langem in Paris - einen neuen Régisseur für seine Domäne in Pommard. Die Wahl fällt auf den relativ unerfahrenen, aber äußerst passionierten Franko-Kanadier Pascal Marchand. Marchands erster Jahrgang ist 1985, er bleibt dann Régisseur bis ins Jahr 1999. Marchand, dem der Comte freie Hand läßt, revolutioniert die Arbeitsweise einer Domäne, die wie so viele in Burgund in den 70er und 80er Jahren sich mehr in der Sackgasse einer Kombination aus toxisch-chemischer Vitikultur und veraltetem Kellerequipment befand. Allerdings - Rebgut und Pflanzdichte des Clos (12.000 Stöcke/Hektar) sind untadelig.

Im Keller erneuert Marchand die Fässer, keine Revolution, sondern eher eine Zwangsläufigkeit. Und in 1994 beginnt die Domäne mit einem Auslesetisch zu arbeiten, darin vornweg in Burgund. Noch wichtiger ist allerdings die Entwicklung in der Weinbergsarbeit mit der Aufgabe der Herbizide wie der systemischen Fungizide noch in den 80er Jahren. Als Marchand 1992 zur vollständigen biologischen Bewirtschaftung übergeht, ist das im damaligen Burgund weiter eine große Ausnahme! Marchand, das ist sein bleibendes Verdienst, initiiert die Rückehr zu einem gesunden, lebendigen Boden als notwendiger Grundlage für einen Terroirwein, der diesen Namen verdient. Er beginnt, sich für die Biodynamie zu interessieren, plant bereits den Übergang dazu. Aber 1999 ist das Angebot Boissets, die Domaine de la Vougeraie zu führen, - verständlicherweise - so verlockend, daß er die Domäne verläßt.

Benjamin Leroux
Benjamin Leroux

Benjamin Leroux, aus Beaune stammend und bereits während seiner Ausbildung am lycée viticole zwischen 1990 und 1992 Praktikant auf der Domäne, hat 1999 trotz seiner Jugend bereits einiges an Erfahrung in Neuseeland, bei Cos d'Estournel und bei Jadot hinter sich. Er vollzieht 2001 den Übergang zur Biodynamie auf der Domäne. "Biodynamie", so Leroux, "das ist keine Technik, das ist eine Philosophie. Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen der pflanzlichen, mineralischen und der Tierwelt zu haben. Die Biodynamie, das ist, daß man lernt, die Dinge zu beobachten."

Als Leroux mit dem Jg. 2012 seine Tätigkeit auf der Domäne beendet und sich ausschließlich seinem Projekt in Beaune widmet, zieht er jenes Fazit über die Effekte der Biodynamie, das nachvollziehbar macht, warum sich die Biodynamie in den letzten 15 Jahren in Burgund um sich griff: Leroux konstatiert die Entwicklung einer größeren Widerstandsfähigkeit der Reben gegenüber Krankheiten, eine bessere Balance (Zucker/Säure) der Frucht bei Reife und ein Gewinn an Energie und Lebendigkeit, der im Geschmack der Weine deutlich wird.

Leroux' weiterer Fortschritt gegenüber Marchand resultiert jedoch auch aus strengerer Traubenselektion ("es macht einen großen Unterschied für die Aromatik, ob man 3-6% der Trauben vor der Entrappung aussondert oder nicht. Anfangs waren wir nicht so rigoros."), ein vibrierender Auslesetisch wird angeschafft, die Entrappung vollzieht sich so, daß die Unversehrtheit der Trauben bewahrt wird. Und seine Vinifikation ist weniger extraktiv als die Marchands, zumindest in seinen Jahren bis 1992 ("In 1988 machten wir z.B. sechs pigeages am Tag, es war eine Zeit, in der man den Stoff um jeden Preis suchte." - Marchand).

Paul Zinetti, Régisseur ab Jg. 2013
Paul Zinetti, Régisseur ab Jg. 2013

Status und Ausblick

Paul Zinetti, seit 2010 auf der Domäne, ist seit Jg. 2013 der neue Régisseur auf der Domäne. Für ihn ist allerdings erst 2014 das erste Jahr seiner Ägide, da 2013  noch mehr in Koproduktion mit Benjamin Leroux entstand. Zinetti hat neben der Zusammenarbeit mit Leroux zwischen 2010 und 2013 praktische Erfahrung bei Domnique Lafon, im Languedoc und bei Olivier Merlin im Mâconnais gesammelt.

Zinettis Philosophie ("Ich mag Wein, der frisch ist, ich mag keine mächtigen Tannine. Wein muß man mit Sensibilität erzeugen.") macht jene erfreuliche Tendenz in Burgund deutlich, die weit entfernt ist von der vorherrschenden Idee der 80er und 90er Jahre, Stoffigkeit und/oder gar Struktur ins Zentrum aller Bemühungen zu stellen. Es ist zwar falsch, wie zuweilen angenommen, daß stark extrahierte Weine kein Potenzial haben, großartig zu werden - der 88er Clos des Epeneaux, sehr stark extrahiert bei der Vinifikation /s.o.), zeigt sich etwa nach 20 Jahren "bereits großartig, konzentriert, voller Rasse, fest im Geschmack und höchstwahrscheinlich noch größer nach einer weiteren Dekade" (Bourgogne aujourd'hui, No 86) - doch liegt die Größe der Lagen Burgunds gerade darin, Weine hervorbringen zu können, die aufgrund einer initialen Balance stets mehr als eine Ahnung ihrer Güte verraten. Ganz nach den Diktum Henri Jayers: "Wenn man einem Wein während der Vinifikation eine perfekte Ausgewogenheit mit auf den Weg gegeben hat, wird man diese gleichgültig in welchem Alter wiederfinden."

Heute - und da sind gerade auch die letzten Jahrgänge 2010 - 2015 gemeint - ist die unbestreitbare Größe wie legendäre Langlebigkeit des Clos des Epeneaux (alle Ergebnisse der spektakulären Verkostung zu '140 Jahren Clos des Epenaux' findet man hier ) jung nicht mehr per Struktur zugedeckt, sondern unmittelbar ersichtlich. Und wird damit der Größe des Terroirs gerecht!

Juni 2017

„Was den Clos des Epeneaux angeht, sollten wir nicht zu viel pigeages machen. Ich mache zwei bis drei pigeages am ersten Tag der Fermentation, danach ist es eine Infusion. Ich will den Clos des Epeneaux elegant."

Paul Zinetti

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