Jérôme Bressy, Gourt de Mautens rouge 2014 IGP Vaucluse

Artikel-Nr.: SRB2014_2
43,00 
pro Flasche
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Kalksteinhaltige Tonböden mit Sand, Kies- und Steinanteilen in Hanglagen von 5-20% Neigung; Grenache ~ 50%, Vieux Carignan ~ 15%, andere Rebsorten ~ 35% (Mourvèdre, Syrah,, Counoise, Cinsault, Vaccarèse, Terret noir), 30 bis über 100 Jahre alte Reben.

"2014 ist ein interessantes Jahr in dem Sinne, dass es oft nicht die einfachen Umstände sind, die zur Originalität führen. Geerntet Ende Oktober, Anfang November - spät erfährt die Traube, wenn der Weinberg optimal geführt wird, eine besondere Wendung - erwarte ich hier Ähnliches wie in 2008, das heute großartig ist. Ich mag die Weine zum Essen."  (Jérôme Bressy)

Der 2014er Gourt de Mautens rouge zeigt ein hohes Maß an Eleganz, nichts allerdings, was die normale Weinsicht in Rasteau - mangels entsprechender Exemplare! - vermutet. Dabei werden z.B. die unerhört eleganten Weine eines Emmanuel Reynaud nicht allzu weit von Rasteau erzeugt...Dieser 2014er wirkt balanciert und distinguiert, eher zurückhaltend und fein in der Textur, vorbei die jugendlich etwas massive Seite der Weine bis 2005: "Bis dahin war der Anteil der Grenache höher, lag bei 75%, er liegt heute bei 50%. Ein Teil der Grenache war nicht top. Auch war die Zeit des Ausbaus kürzer, der Wein hatte nicht die Zeit, sich vollständig zu verfeinern. Und damals war eine Partie noch nicht per gobelet erzogen, es war dort nötig, Behangausdünnung vorzunehmen. Mit der gobelet-Reberziehung regulieren sich die Mengen auf natürliche Weise." (Jérôme Bressy)

Der Weg Jérômes bis hin zu seinen Weinen ab 2014 ist ein Lehrstück darüber, was Passion, Aufmerksamkeit, der Wille, einen größtmöglich-typischen Wein zu erzeugen erreichen kann. Balance wie Noblesse fehlen so vielen Weinen des Südens, aber dafür die Natur der Lagen oder das Klima an den Pranger zu stellen, stellt die Dinge geradezu auf den Kopf. Das Beispiel Bressy zeigt, wie die Natur auch hier Distinktion ermöglicht - die Natur bietet alle Vorraussetzungen, man muss sie "nur" zu lesen, zu respektieren wissen und konsequent handeln.

Es ist bezeichnend für die Ausnahme, die Jérôme Bressy in der Winzerlandschaft des Südens darstellt, wenn er sagt, dass er "sehr sensibel" sei, was die Qualität der Tannine anbetreffe, und er sich "absolut nicht auf den Zuckerreichtum der Traube" verlasse. Es ist die gleiche Antwort, wie sie in Burgund gegeben wird - die phenolische Reife der Traubenhäute ist essentiell für die Güte eines Weines, nicht das Maß potenziellen Alkohols.  

Verfeinerung der Tannine, ein Gewinn an streichelnder Sinnlichkeit der Textur, ein anderes Mundgefühl sind der Lohn der Anstrengungen bei diesem 2014er. Lang ausklingend waren die Weine Jéromes immer seit dem Jg. 2001, als wir begannen, sie zu studieren (bereits das verweist auf die Grösse des Terroirs von Rasteau!), aber die grosse Länge hat heute eine feinere und balanciertere Qualität, erreicht das Level der feinsten Domänen Burgunds. 

Jérôme Bressys Ambition bezieht sich auf jedes Detail, und dieses trägt sicher zur hohen Digestibilität seiner Weine bei:   er verwendet - wie ein Thibault Liger-Belair - natürlich-vulkanischen, digestibleren Schwefel  statt des her-kömmlichen, der als Nebenprodukt der Petrochemie entsteht. Nicht viele Winzer, selbst der allerersten Kategorie, gehen so sehr ins Detail der Perfektionierung. Detail auf Detail, nicht mehr die grosse Linie, kommt bei Bressy noch weiter auf den Prüfstand. Im Weinberg wie im Keller. Bressy ist aufmerksamer Beobachter, sein Fazit: "Wenn ich die Auswirkung der Weinbergsarbeit auf die Güte des Weines sehe, dann ist das Ganze eine Erforschung, die das Leben lang dauert." Es ist rar, dass man solche Ambition findet, gleich in welcher Weinregion. 

"Ohne jede Angeberei kündigt die Nase einen dichten Stoff an. Florale Noten (Pfingstrose, Veilchen), dunkle wie rote Fruchtnoten. Wunderbarer, harmonischer Geschmack. Frisch, kraftvoll, energisch und elegant...sehr langes und delikates Finale. Eine sehr schöne Flasche, die Finesse, Eleganz und Dichte miteinander verbindet."  (Le Rouge et le Blanc, Sommer 2018 über den 2014er Gourt de Mautens rouge)

Nach zweistündigem Umfüllen in eine Karaffe oder mehrstündigem Öffnen, dann verkorkt, optimalerweise ab ca. 2019/2020 – 2035 z.B. zu einer Lammkeule aus dem Ofen, Hirsch, einem Steak mit Knoblauch. Aus einem Riedel-Sommelierglas (Rhône/Hermitage)

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