Domaine de Villeneuve, Châteauneuf-du-Pape -
der Wein
 Stanislas ("Stan") Wallut |
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| Revue du vin de france, Les meilleurs
vins de france 2011 |
| "Diese noch junge Domaine hat einen
bemerkenswerten Lauf. Seit dem Jahr 1995 hat die Domäne niemals
enttäuscht, im Gegenteil. Ihre Weine geben das Beispiel eines erneuerten
Klassizismus in Châteauneuf-du-Pape. Geprägt von Harmonie und
Ausgewogenheit, brillieren sie durch die Tiefe ihres Stoffes und ihre
Seidigkeit. Keinerlei Schwere, aber eine Menge an Stoff...Die einzige
Cuvée, die erzeugt wird, Vieilles Vignes genannt, läßt zu
Unrecht daran denken, daß es sich um die Selektion bestimmter Parzellen
handelt, tatsächlich umfaßt diese die Totalität der
Produktion." |
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Die Châteauneuf-du-Pape dieser Domäne zeigen
Qualitäten, die man ansonsten vielfach vermißt, sie sind lebendig,
harmonisch, besitzen wirkliche Tiefe (statt alkoholischer Schwere, die manche
tatsächlich für Tiefe des Geschmacks halten), sind aromatisch
nuanciert und weisen nicht zuletzt Köstlichkeit und Delikatesse des
Geschmacks aus. Auch die Weine Villeneuves - nachdem sich Philippe
Roy du Blicquy aus sein Altenteil zurückgezogen hat und
Olivenbäume kultiviert, ist es sein Partner seit 1993, Stanislas
Wallut, der alleinverantwortlich zeichnet, sind generös -
schließlich ist Châteauneuf-du-Pape die Appellation mit den
meisten Sonnenstunden aller AOC in Frankreich - , aber sie erschöpfen
sich nicht in dieser Charakteristik. Die fabulöse Stabilität
dieses biodynamisch erzeugten Weines erweist sich nach Umfüllen in eine
Karaffe - unbedingt zu empfehlen, wenn man die Weine jung verkosten will. Oft
zeigen sich die Châteauneuf Villeneuves am besten nach
24stündiger Öffnungszeit, was uns an die Weine Emmanuel
Reynauds erinnert. Damit stellt der Wein aber auch auch ein
unmißverständliches Zeugnis über seine Zukunftsaussichten aus:
große Châteauneuf-du-Papes, ohne Zusätze, im Respekt
vor der Traube erzeugt, gehören zu den langlebigsten Weinen Frankreichs!
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Châteauneuf-du-Pape rouge Vieilles Vignes,
A.C.,
Grenache 72%, Mourvédre 15%, Syrah 5%, Cinsault 4%,
Clairette 3%; Rebalter: ~ 35 Jahre (2/3), ~ 90 Jahre (1/3); Boden:
Lehm-Kalkstein, Oberfläche mit vielen kleinen Steinen und Kies bedeckt,
teilweise sandig; Ausbau zu 80% in Stahltanks, zu 20% in 1-5 Jahre alten
barriques; Maturität: 6-7 Jahre (-25 Jahre+).
Die Domaine de Villeneuve bewirtschaftet Parzellen im
Norden der Appellation, Nachbarn sind hier Beaucastel, Marcoux, Charvin,
André Brunel etc. In 2003 wurde bis weit in den September hinein
geerntet. Wie einst vor der Reblauskrise sind hier die verschiedenen Rebsorten
nicht nur traditionell en foule, d.h. nicht traktorengerecht
symmetrisch, sondern auch in Komplantation, also zusammen gepflanzt, was
die genauen Gründe hierfür sind nicht klar dazu führt,
daß unterschiedliche Rebsorten zur gleichen Zeit ausreifen! Die
Domaine de Villeneuve erntet also nicht, wie fast überall
üblich, nach Rebsorte, sondern nach Parzelle. -
2003: Der 2003er Vieilles Vignes
ist für uns ein Musterbild eines Châteauneuf rouge aus
einem Jahrgang, der vielleicht der unbegriffenste des letzten
Vierteljahrhunderts ist. Zuletzt im Juni 2008 getrunken, beweist er,
welche Köstlichkeit des Geschmacks in ihm stecken kann, was
durchgehende Reife der Trauben geschmacklich bewirkt, wenn die tiefe
Verwurzelung die Ausgewogenheit der 2003er sicherstellte. Es gehört
zu den falschen Generalisierungen innerhalb der Weinszene, daß man
2003er Weinen überhaupt ein Übermaß an Alkohol
attestiert, denn das gilt nur für solche Weine, die zu
früh aufgrund ihres potentiellen Alkohols geerntet wurden und bei
denen man nicht die entscheidende Reife, die der Traubenhäute
(alkoholische und phenolische Reife fallen zeitlich nicht zusammen)
abgewartet hat. Daß der Zustand des Weinberges, die Verwurzelung der
Reben insgesamt für die Balance eines Weines eine überragende
Rolle spielten, ist an anderer Stelle ausführlich dargestellt worden (
Newsletter zum Jg. 2003)
Mit den an der Rhône von einem Kritiker wie Bob Parker
angelegten Maßstäben (Wine Advocate Issue
156) kommt der Wein allerdings nur bedingt zurecht. Denn er ist
nicht «unbelievably concentrated», besitzt keine
«16.3° alcohol» (wohlgemerkt als Lob gemeint), ist nicht
«simply enormous», erreicht also keine absoluten
Spitzenwerte an «massiveness», 100 Punkte von Bob hat
der Wein also nicht verdient (alles Zitate für einen 96-100 Punkte-Wein).
Aber Philippe de Blicquy und Stanislas Wallut wollten einen
solchen Wein gar nicht erzeugen! Vielmehr einen, der neben Kraft und Tiefe des
Geschmacks auch aromatische Komplexität und Finesse besitzt, etwas zum
Fühlen und Sinnieren gibt, und nicht einen Weincocktail, der es
schafft, einen umzuhauen. Der ferner ausreichend frisch ist, so
daß er verdaulich und trinkbar bleibt. Ohnehin ist es eine
Absurdität, daß heute Weine erzeugt werden, von denen man nur 1,2
Schlucke nehmen kann, so süß (Alkohol!), so
eichenholzgeschwängert sind sie, so sehr entbehren sie jeder
Frische des Geschmacks, jeder Nuanciertheit der Aromen. Wir trinken Wein zu
einem passenden Essen, insofern stehen unsere Präferenzen fest. Ab
2008 - 2020+
2004: In Paris wogt z.Zt. in den
Weinbars, bei den Cavistes, die Weinmode, ja der Fetischismus des 'Je
natürlicher, desto besser' (ohne Schwefelzusatz z.B.), wobei das Kind mit
dem Bade ausgeschüttet wird. Sicher, der Respekt vor der Natur gibt uns
die größten Weine (die großen Burgunder der 50er Jahre etwa
sind deshalb noch heute ein Vergnügen, weil an ihnen, schon mangels der
Möglichkeit dazu, nicht manipuliert wurde, der Weinberg weder
synthetischen Dünger noch Herbizide sah - leicht geschwefelt wurden aber
auch diese Weine schon!), nichtsdestotrotz bleibt Wein das Resultat des
Kulturhandwerks des Winzers, dessen Beruf es ist (so er denn ambitioniert ist),
ein möglichst schmackhaftes Getränk zu erzeugen, ein Getränk
für großes Vergnügen, wie es Emmanuell Reynaud
formuliert
Wenn das verfehlt wird und man Weine vorlegt, die klarer Farbe und
präziser Aromen ermangeln, die das Alter fürchten und keine
Entwicklung vor sich haben, keine Facetten ausbilden können und allein
jung im besten Fall auf der knackigen Frucht getrunken werden können (d.h.
auch kein Terroir ausbilden!!), also kaum einmal das erhoffte
Vergnügen bereiten, dann wird der angeführte Respekt vor der Natur
zur Entschuldigung fürs Versagen des Winzers vor seiner Aufgabe.
Auf der Domaine de Villeneuve jedenfalls ist man den Weg der
biologischen, dann biodynamischen Bewirtschaftung nicht aus modischen
Gründen gegangen, umgekehrt, die Beobachtung, die Erfahrung hat gezeigt,
daß auf diese Weise die spannenderen Weine entstehen können. Der
2004er Villeneuve gehört für uns ins in die sehr begrenzte
Gruppe der großen Châteauneuf des Jahres, der
Decanter zählt ihn zusammen mit
Clos des Papes und Beaucastel zu den drei komplettesten Weinen
des Jahres (dabei die Hälfte kostend): zivilisiert und köstlich im
Geschmack, seidig in den Tanninen, ohne jede alkoholische Schwere, frisch bei
analytisch geringer Azidität (eine Parallele zu Rayas), ein Wein
von Noblesse, unprätentios, lang im Nachklang. Eine Flasche, die animiert,
die Vergnügen schafft, die schnell geleert ist. So kann großer
Châteauneuf sein, so möchten wir ihn haben. Ab 2009
2020+ z.B. zu einem Lammkarree
2005: Die Begründung für
die hier seit längerem (und mit großem Erfolg - z..B. wurden die
ältesten Reben hier, kurz vor dem Ausriß stehend, Mitte der 90er
Jahre durch biodynamiische Präparate gesundet!) praktizierte Biodynamie
iim Weinberg beruht auf der Beobachtung und Erfahrung, daß auf diiese
Weise die spannenderen Weine entstehen können. Mit Spannung bei einem Wein
meinen wiir nicht das Auftrumpfen beim ersten Schluck durch wuchtige Art.
Wenn ein Josh Raynolds (The International Wine Cellar, 91/100)
den 2005er Villeneuve als absolut
köstlich und mit der Balance ausgestattet, die Lagerung belohnen
wird, beschreibt, dann ist ein solcher Wein für uns
spannend.. Denn solcherart Weine dienen dem Genuß, nicht der
Überwältigung der Sinne. Espresso, Pflaume, Garriguenoten in den
Aromen hier, samtig im Stoff, weil die phenolische Reife durchgehend war und
die Vinifikation das respektiert hat.
Man sollte den 2005er Wein nach dem 2004er trinken (wie
auch sonst an der Rhône) , denn das Gerüst ist stärker
und braucht mehr Zeit, um sich komplett mit dem Stoff zu verweben. Der Wine Spectator, dem Stringenz des Urteils fehlt,
auch Repräsentativität in den jeweiligen Weinregionen, und der im
Kern dem kalifornischen Geschmack und seiner Weinindustrie verbunden und
verpflichtet (Anzeigen) ist, mag - etwas verwunderliich - den Wein sehr
(93/100).. Der Preis hier ist definitiv einer der moderatesten für
einen großen Châteauneuf. Der Anteil der Grenache
beträgt 75%.
2007: Der Kritiker
Parker drückt in seinem
Lob des 2007er Châteauneuf rouge Villeneuves seine leichte
Verwunderung darüber aus, daß ihm dieser Wein nach einigen Jahren
auf der Flasche sogar noch mehr gefällt. Diese Verwunderung
allerdings verwundert schon mehr als der sehr bekannte Umstand, daß ein
Terroirwein immer ein paar Jahre braucht, um sich ganz zu entfalten. Was uns
wiederum in den letzten Jahren auf dieser Domäne geradezu verblüfft
hat, ist die Entwicklung der Teilcuvée des Mourvédre. Nur
15% der Gesamtcuvée ausmachend, hat der zunehmende Grad an Verfeinerung,
den Stanislas Wallut vermochte der Mourvédre beizubringen, die
Schlußcuvée sicher weiter vervollkommnet - in Richtung Harmonie,
geradezu fluider burgundischer Eleganz. Das Ganze hat weiter an Noblesse
gewonnen, an stilvoller Art, der Sonnenreichtum der Appellation
Châteauneuf-du-Pape findet keine Umsetzung in Richtung
übermäßigem Reichtum, Schwere des Geschmacks. Villeneuve,
das ist ein Wein, den man mit Freude leert. Ab 2012/13
2030+ (jung geöffnet, bitte in eine Karaffe umfüllen)
| The Decanter (James Lawther, Master of Wine)
- absolute Höchstbewertung (*****) zusammen mit Clos des Papes u.
Beaucastel - über den 2004er
Châteauneuf-du-Pape rouge Vieilles Vignes der Domaine de
Villeneuve in einer großen Verkostung von Châteauneuf-du-Papes des
Jahres 2004 |
| "Big, full-bodied, powerful wine with potential for
long ageing. Nose deep but subdued, creamy, rich fruit on the palate. Vigorous
and intense. Loads of extract. Threatens to overwhelm but balance and length on
the finish. Drink 2010-20. |
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| Gault Millau Vin 2009 17.5/20
über den 2005er Châteauneuf-du-Pape rouge
Vieilles Vignes der Domaine de Villeneuve |
| "Der Stil hier ist wenig gewöhnlich in
Châteauneuf-du-Pape: der Wein ist frisch, der Geschmack sehr delikat und
floral, dann zeigt die Mitte des Geschmacks Tiefe mit Anklängen an Rose
und Cachou. Der Wein endet mit subtiler Länge und fester
Nachhaltigkeit." |
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| La Revue du vin de france, Les meilleurs vins
de france 2011 über den 2007er
Châteauneuf-du-Pape rouge Vieilles Vignes der Domaine de
Villeneuve, 17.5/20 |
| "Der 2007er Châteauneuf präsentiert sich
voller Leben, reich und mit bewundernswertem Stoff; ein reifer Wein, aber der
sonnenreiche Charakter des Jahres findet ein Gleichgewicht zwischen Reife und
Mineralität." |
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Unsere Speisenempfehlung |
| Zu Lammragout mit Thymian, Coq au vin rouge,
Wildschweinschinken, Entenbrust mit Pflaumensauce, Hasengerichten |
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