Wein-Informationen 
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    Duclaux Chave Domaine des Remizières (Philippe Desmeure) Thierry Allemand  

Domaine Yann Chave, Mercurol - die Weine


Yann Chave - gourmandise und Reichtum des Geschmacks sind hier keine Antipoden!

„Die Weine hier sind mit Ehrgeiz erzeugt. Sie geben den Vorzug dem natürlichen Ausdruck der Frucht und des Terroirs.“ (Bettane/Desseauve, Classement 2005)

2002: Yann Chave hat ca. 40% der Erntemenge geopfert, um verblüffend gute Weine zu erzeugen. Aber auch Chave, der stets als einer der allerletzten erntet (es hat drei Jahre gebraucht, bis das Classement der Revue du vin de france den Unsinn gestrichen hat, auf dieser Domäne würde manchmal zu früh geerntet) konnte in 2002 nicht länger mit dem Einfahren der Ernte warten, da trotz aller Qualitätsanstrengungen im Weinberg auch hier manche Trauben die Tendenz zur Fäulnis entwickelten. In dem Fall kann man nicht länger warten! Triage, triage, triage - also Auslese des Traubengutes in striktestmöglicher Form - war das Motto des Jahres bei Chave und die erzielten natürlichen 11,5° (Crozes) und 12,2° (Hermitage) stellen tatsächlich Spitzenwerte in diesem Jahr dar. Konsequenz von Chaves Qualitätsarbeit ist in 2002, daß er keine Crozes rouge 'Tête de Cuvée' machen wird, der gesamte (übriggebliebene) Ertrag fließt in die 'Cuvée Traditionelle' mit ein. Chave vermied auch den Fehler der Überextraktion, das Tannin seiner Weine ist rund, der Stoff erstaunlich seidig. Messen Sie Winzer an dem, was sie in Jahren wie 2002 zustandebringen! Ich habe jedenfalls nichts als größtes Lob für die Qualität der unter solchen Umständen zustandegekommenen Weine übrig. Bravo!




"Die 2003er Weine besitzen vielleicht nicht den Klassizismus der 99er und 2001er Weine, dazu fehlt ihnen ein wenig die Frische, sie beeindrucken jedoch durch ihre ungeheure Dichte, ihr Volumen, ihren Reichtum sowie ihre maximal reifen Tannine - in Summe ein Jahr definitiv außerhalb der Norm mit Weinen, an die man sich immer als etwas besonderes erinnern wird." (Yann Chave)

2003: Für die Rhôneweine gilt selbstredend gleiches wie für die Burgunder (nicht nur) des Jahres 2003, der Stellenwert der Notizen zu frühverkosteten Weinen, etwa in der RvF, ist limitiert. Mögen andere Weinanbieter auch den Berichten des Journalismus den gleichen Stellenwert wie dem Evangelium für Gläubige zubilligen (unser Verhältnis zum Journalismus bleibt unverändert, Nachvollziehbares kann man unterstützend zitieren, Kritikables ist entsprechend zu kennzeichnen), wissen wir um die zentralen Schwächen solcher angeblich professionellen Verkostungen.

Neben dem Zeitpunkt (s. dazu ausführlich Newsletter 02/2005) ist es auch die Form der Verkostung. Abgesehen von einigen wenigen Journalisten, macht sich aktuell kaum jemand einmal die Mühe, direkt vor Ort mit entsprechender Zeit zu verkosten. Eingereichte Probeflaschen müssen aber, gerade wenn das Urteil des Weinjournalismus, heute, wo sich der Weinhandel großteils zum Nachbeter des Weinjournalismus entwickelt hat, so sehr über den Verkauf entscheidet, nicht unbedingt repräsentativ sein und Vergleichsverkostungen von 100- 150 Flaschen pro Tag haben einen prinzipiellen eklatanten Mangel - es sind einfach zu viele Weine in zu kurzer Zeit, um ihnen im einzelnen gerecht werden zu können. Aufgrund der Sättigung der Geschmackssinne erhalten dann jeweils die konzentrierteren, wuchtigeren Vertreter ein Plus, ein Phänomen, das die Praktiker solcherart Degustationen abstreiten - stellt es doch die Verläßlichkeit ihrer Aussagen in Frage - , Fakt bleibt es dennoch.

2004: Lehrreich war ein Erlebnis mit zwei Crozes-Hermitage rouges aus 2004 im Restaurant. Der erste, allein schon aus Neugier aufs finale Produkt gewählt, der Crozes Traditionelle von Yann Chave erwies sich als Freude machender, den nächsten Schluck provozierender schöner Wein, der zu dritt innerhalb einer ¾ Stunde mit Vergnügen geleert war. Der zweite, von der Domaine de Colombier stammend, ähnlich bepreist wie Yanns Exemplar und bizarrerweise gleich bepunktet von den Journalisten der RvF, ermüdete einen schnell nach dem ersten Schluck, das Interesse erlahmte rasch, der Wein baute keine Spannung auf, ein Drittel verblieb in der Flasche. So what? Erste und wichtigste Aufgabe eines Weines ist es, einem Energie zu geben, die Körpersignale sind dann gar nicht mißzuverstehen, Wein sollte einem schlicht guttun, Lust machen, ein weiteres Glas zu trinken. Und die Behauptung steht, daß ein solcher Wein allein aus einer Vitikultur stammen kann, die den Boden im Weinberg und die Traube bei der Vinifikation und dem Ausbau respektiert, nur dann atmet der Wein Energie und ist ein veritables Lebensmittel und nicht einfach ein alkoholisches Getränk.

In der Linie des normalen Crozes sind auch Yanns Spitzencuvée Rouvre (vormals Tête de Cuvée, Name mußte wg. Prozessandrohung aus der Champagne aufgegeben werden) und der Hermitage rouge. Die Ausgewogenheit und wirkliche Schönheit der 2004er Weine Yanns hat sicher auch damit zu tun, daß er im Unterschied zu sonstigen Jahren keinen Abstich vornehmen mußte während des Ausbaus, da sich keine Reduktion zeigte, Hefen und Wein also in einem perfekten Verhältnis zueinander standen. Die 2004er hier sind in etwa in der Linie der 2001er, nach unserem Gefühl mit einer Portion mehr Eleganz und Harmonie („mein burgundischstes Jahr bis jetzt“, so Yann). Unwiderstehlich.


 Die Weine


Crozes-Hermitage rouge , A.C.,
Syrah; Rebalter: 20 Jahre+; Boden: verwitterter Schiefer, steiniger Granit; Erträge bei 40hl/ha; zu 30% in ein Jahr alten Holzfässern ausgebaut; mit Eiweiß geschönt, nicht gefiltert; Maturität: 2-3 Jahre (-8 Jahre+).

2005: Yann hat die Güte dieses Weines seit 2003 stark verbessert: erfrischend und belebend einerseits, konzentriert und von schöner Länge andererseits, der ideale Bistrowein bzw. unter der Woche. Cassis- und Espressoaromen. Der 2004er ist leichter im Geschmack, aber ansonsten im gleichen ésprit, der genau unserer Idee von Wein entpricht: dieser Wein animiert und ermüdet nicht.

2006: “Es ist ein Fakt, daß 2006 ein besonders gutes Jahr für Crozes-Hermitage gewesen ist“, notiert Jancis Robinson. Yann hat sein vor Jahren gegebenes Versprechen eingelöst: die Cuvée hat alle Rustikalität verloren, sie ist animierend, wohltuend und köstliich, sie hat Spannung, ermüdet nicht durch klotzige, gleichzeitig müde Art wie so mancher Crozes. Die Tannine sind „seidig, die Süße wächst im Mund, fest im Abgang aber ohne diie Lebendigkeit der Frucht zu verlieren“, merkt Josh Raynolds vom International Wine Cellar (Tanzer) an (88-90). Die Punktezahl interessiert mich wenig, aber daß ein Crozes générique solches Level erreichen kann, war vor 10 Jahren noch schwer vorstellbar.

Der Gault Millau Vin 2009 (17/20) über den 2006er Crozes Hermitage rouge Yann Chaves
„Ein erstaunlicher Crozes rouge mit den Aromen von Kirsche und Brombeere, mit mehr offener Art als der Rouvre."

Unsere Speisenempfehlung Unsere Speisenempfehlung
Z.B. zu Nizzaer Salat, Tauben mit Gemüsen oder Kaninchen
 

 

Crozes-Hermitage 'Le Rouvre', A.C.,
Syrah; Rebalter: ca. 50 Jahre; Boden: verwitterter Schiefer, sehr steiniger Granit (aus der vielleicht besten Parzelle des Crozes: Les Chassis bei Pont l'Isère); Erträge in normalen Jahren bei 35hl/ha; zu 30% in ein Jahr alten Holzfässern ausgebaut; mit Eiweiß geschönt, nicht gefiltert; Maturität: 3-5 Jahre (-10 Jahre+).


2004: Die vormalige Tête de Cuvée rangiert seit Jahren in den meisten Publikationen ganz weit oben in der Wertschätzung der Beobachter – eine Wertschätzung, die sich Yann verdient hat. Es sind die älteren Reben, die bessere Exposition bei Les Chassis bei Pont l'Isére, die den Unterschied machen, reicher, tiefer im Geschmack, nuancierter in der Frucht, länger anhaltend als der tolle normale Crozes, in anderen Worten – der ernsthaftere Wein. Für Coates in seiner letzten Ausgabe von 'The Vine' ist 2004 zurecht «ein sehr vielversprechendes Jahr an der Rhône», der Beweis liegt bei Yann im Glas, geschmackvoll, intensiv, typisch und sehr fein, ein Musterexemplar eines Crozes, dem «Neffen des Hermitage» (Degustationskomitee des Winzerkongresses von Lyon, 1847).

2006: Was aus dieser Feder vor einiger Zeit bereits zu den Weinen Yanns ab 2004 verlautete, nimmt Jancis Robinson, eine Autorin, die keine Gelegenheit ungenutzt läßt, zur Feder zu greifen, auf: „Das wichtigste ist, daß dieser Wein appetitanregend ist“. Eben. Syrah muß nicht eher grob und nur voll im Geschmack sein, auch diese Rebsorte, zur vollen Reife geführt und mit aller Sorgfalt ausgebaut, kann animieren! Es ist die anerkannt beste Parzelle der Appellation, es sind 50 Jahre alte Reben, es ist ausschließlich der feinere 'vin de goutte' , den Yann verwendet.Seit 2001 ein Kandidat für den Crozes des Jahres, nur: heute ist der Wein auf einem höheren Level als vor fünf Jahren! Die Frische, Köstlichkeit und Energie hier sind bemerkenswert. "Zeigt beachtliche Klarheit des Ausdrucks und Biß", notiert Josh Raynolds (International Wine Cellar, 89-92) und das ist zweifelsfrei so. Bravo!

Josh Reynolds/Stephen Tanzer, The International Wine Cellar 02/2007 (92/100) über den 2004er Crozes rouge 'Rouvre'
„Rubinrote Farbe. Höchst ausdrucksstarke Nase von dunklen Beeren, machtvollen Lakritze, Grafit sowie Veilchen; riecht wie ein Hermitage (nein, weniger elegant. Der Verf.) Saftig, teif und süß im Geschmack (ja! Der Verf.), likörartige Aromen von Brombeere und schwarzer Johannisbeere, köstliche, samtige Tannine (ja! Der Verf.) Endet süß, saftig und beeindruckend lang im Geschmack, mit einem späten Anflug von Veilchenpastillen."



Unsere Speisenempfehlung Unsere Speisenempfehlung
Z.B. zu Entenbrust in grüner Pfeffersauce, Kaninchen in Rotwein, Reh
 

 

Hermitage rouge, A.C., 2006
Syrah; Rebalter: 30 Jahre+; Boden: aus den Parzellen Beaume (Kalkstein u. eisenhaltiger Lehm) sowie Peléat (Ton-Sandsteinboden); Erträge bei 33hl/ha; 12 monatiger Ausbau in neuen Holzfässern; mit Eiweiß geschönt, nicht gefiltert; Maturität: 8-10 Jahre (-25 Jahre+).

2003: Die ganze Magie eines Hermitage, einem der größten Rotweine Frankreichs, enthüllt sich wie die eines Grand Crus der Côte d'Or erst nach einer bis zwei Dekaden. Seine Haltbarkeit ist legendär, seine im Alter erreichte Komplexität ebenso, aus ganz großen Jahren lebt ein solcher Wein nahezu ewig, seine Balance gibt der Oxydation wenig Chance zum Angriff. Der 2003er Hermitage Yann Chaves ist schlicht monumental in seinen Dimensionen, ein Wein, der nirgendwo eine Grenze zu haben scheint, so reich, so kraftvoll, so lang aber auch so hochklassig im Ausdruck ist er. Ein Wein, der in jeder Faser von der außerordentlichen Reife kündet, die Chave erreichen konnte - für uns ein mustergültiger Ausdruck des außergewöhnlichen Jahres 2003. Unglaublicher Wein von 15.6° natürlichem Alkohol, ausgebaut in 100% neuem Eichenholz (Tarransaud, Séguin-Morreau).

2004: »Ein schöner Jahrgang, auf einer klassischen Ausgewogenheit für die Appellation», meint die RvF nach ihrer Frühverkostung im März und stellt zurecht die «schöne Mineralität und die perfekte Ausgewogenheit» der besten Weine heraus – solche Weine sind bekanntermaßen früh bereits schön, «können sich aber zugleich einer langen Lagerung stellen» (RvF). Letztere ist nun auch der Auffassung, daß Yanns Hermitage «zu den besten der Appellation gehört, im Hof der großen der Appellation spielt», was gerade vom meisterlich-ausgewogenen, sehr nachhaltigen 2004er Beispiel gilt. Ein anderes Register als der 2003er, so sehr vornehm! Der Hermitage ist einer der größten Weine Frankreichs, sein Weinberg vielleicht der älteste ganz Frankreichs. Bravo!

2006: »Der Hermitage ist einer der größten Weine Frankreichs“, bemerkt der Guide Fleurus des Sommeliers treffend. 1,2 ha groß sind Yanns Parzellen in den Lagen Beaume und Peléat. Es ist das Paradoxon eines großen Weines, das er zugleich voluminöser, konzentrierter, dichter und nobler iin den Tanniinen, länger als auch feiner in der Textur, nuancierter im Geschmack, raffinierter im Ausdruck ist als das Level darunter. Und just in diesem Sinne ist auch der Hermitage Yanns in 2006 von einem andern Format als selbst der Spitzen-Crozes.Und insofern ist der Preisabstand auch gerechtfertigt, wobei ein großer Hermitage (ein paar Ausnahmen gibt es) definitiv zu den preislich günstigsten großen französischen Weinen zählt. Yanns 2006er ist „in einem köstlichen und akzessiblen Stil, wobei süße Frucht im Vordergrund steht“, wie Josh Raynolds (International Wine Cellar) korrekt anmerkt (90-93). 2005 hat auch an der Rhône zu großen Reifewerten geführt (man wird auf die Weine wohl noch länger warten müssen als ursprünglich angenommen), unmitttelbar singender, weniger überwältigend sind wie auch in Burrgund die 2006er. Der 2006er Hermitage Chaves sollte ab 2013/14 seine Maturität erreichen. Grand vin.




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Josh Reynolds/Stephen Tanzer, The International Wine Cellar 02/2007 (93/100) über den 2004er Hermitage rouge Yann Chaves
„Tiefes Rubinrot. Intensive, per Mineralität getragene Aromen von würzigen roten und dunklen Beeren, von Kirsch (-likör) und Lakritze, dazu ein zusätzliches florales Element. Die saftigen, konzentrierten dunklen Beerenaromen sind beeindruckend süß (ja! Der Verf.) und verlängern sich in einem langen, ausladenden Finale. Gemessen an seinem Reichtum an süßer, köstlicher Frucht zeigt dieser Wein herausragenden Fokus sowie Energie."

Der Gault Millau Vin 2007 (18.5/20) über den 2004er Hermitage rouge Yann Chaves
„Die Nase zeigt ein sehr differenziertes Bild: Veilchen, Leder, Pflaume und Kirsche, dabei auch Anklänge an schwarze Olive und Fleisch zeigend. Der weitläufige Geschmack ist ausgewogen, der Stoff seidig. Das Finale zeigt sich warm und lebendig zugleich, dabei wundervoll mit Anklängen an Lilien endend."

Der Gault Millau Vin 2009 (18.5/20) über den 2006er Hermitage rouge Yann Chaves
„Was den 2006er Hermitage Chaves angeht, ist dies ein göttlicher Wein, köstlich und rassig im Geschmack, sowohl fruchtig als auch floral und würzig."

Josh Reynolds/Stephen Tanzer, The International Wine Cellar 02/2008 (90-93/100) über den 2006er Hermitage rouge Yann Chaves
„Inky ruby. Fresh raspberry and floral aromas are deepened by a subtle cola quality, picking up zesty minerality and baking spices with air. Pliant red fruit flavors expand across the palate, with juicy acidity adding lift and precision. A suave and approachable style, with sweet fruit to the fore.

Unsere Speisenempfehlung Unsere Speisenempfehlung
Z.B. zu einer Lammkeule aus dem Ofen oder einer Rehnuß
 
 
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