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Domaine Virgile Lignier, Morey St. Denis - die Weine

 Die Weine


Zu entdeckender Wein:
'Morey St. Denis 'En la rue de Vergy'. Direkt oberhalb des Clos de Tart gelegen, zeigt dieser Village einiges an gleichartigen Eigenschaften wie sein großer Nachbar: eine selten zu findende Rasse, köstliche Fülle des Geschmacks, samtigen Stoff, Präzision des Ausdrucks. Ein Bilderbuch-Morey zu einem beachtlich zurückhaltenden Preis.

Bourgogne rouge, A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 50 Jahre+; Boden: Kalkstein tiefgründig, Kies u. Lehm an der Oberfläche; Ausbau in 1-2 Jahre altem Eichenholz; weder geschönt noch gefiltert; Höhepunkt: 2 Jahre (-10 Jahre+).

2004:Stets auf der Suche nach einem hervorragenden Bourgogne (die sind so überaus preiswürdig), sind wir mehr als glücklich über die Verfassung dieses Exemplars im November 2005. Aus der Parzelle 'Les Bons Bâtons' in Gevrey hervorgegangen, Erntemenge bei 37 hl/ha (!), die schlußendlich eingebrachten Trauben waren so konzentriert, daß Virgile überhaupt keine pigeage durchführte. Virgiles 2004er Exemplar zeigt, was in Burgund auf diesem Level erreicht werden kann und jene Weinliebhaber gerade in Deutschland, die annehmen (zweifellos aus früheren Erfahrungen), auf diesem Preislevel sei man mit Bordeaux (oder gar dem Languedoc) besser bedient, empfehle ich nur aus Testgründen solch' einen Bourgogne zum Vergleich. Unsere Empfindung ist, daß Weine der Gütekategorie eines Bourgogne rouge Virgile Ligniers einfach mehr, teilweise weit mehr, bieten an Aromatik, Nuance, Sinnlichkeit und erfrischender Art. Ein fabulöser Erfolg auf diesem Level. 50 Jahre alte Reben hier.

2005:Sicher, ein générique ist das allererste Plateau, von dem ab Burgunder seriös werden können. Aber auch für dieses Plateau ist es sinnvoll, ein paar Jahre zuzuwarten, mag auch die Köstlichkeit der Frucht ganz jung verführerisch sein. Aber an einem Burgunder, an einem Terroirwein ist mehr als verführerische Frucht, das Wohlgefühl eines ausgewogenen Weines. Die Nuanciertheit des Terroirs, die ganze Komplexität eines Weines, wenn auch im Vergleich zu den anderen Stufen der Hierarchie in vermindertem Maße, zeigt sich erst im Laufe der Jahre. Dies ist ein fabelhafter Bourgogne, tiefer, fester, energischer als der formidable 2004.


 

Gevrey-Chambertin, A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 40 Jahre+; Boden: Kalkstein-Ton tiefgründig, kleinere weiße Kreidefelsen obergründig; Ausbau in 30% neuem Eichenholz; weder geschönt noch gefiltert; Höhepunkt: 5-6 Jahre (-15 Jahre+).

2005: “Schwer sich nicht zu begeistern angesichts dieser großartigen 2005er...In Gevrey hat man eine Serie von sehr großen Weinen erzeugt, eingeschlossen die Villages, mit einem bemerkenswerten Qualitäts-Preis-Verhältnis“, schreibt die RvF, ich wiederhole dies Zitat, aber Korrektes kann man auch einmal wiederholen. Obgleich wir einige der feinsten Villages aus Gevrey bereits anbieten (Mortet, Fourrier, Bouvier, Magnien) hat dieser es ins Angebot geschafft, dieser Gevrey hat uns gepackt! Samtener Strom, verspielt-heitere, springlebendige Frucht (Brombeere), perfekt reife, dichte Tannine, ein völlig unaufgepeppt-natürlicher Wein, der ein unglaubliches Wohlgefühl verschafft . Brillanter Village!!

Unsere Speisenempfehlung Unsere Speisenempfehlung
Zu Bressehuhn mit Pilzen, Morcheln
 

 

Chambolle-Musigny Vieilles Vignes, A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 50 Jahre+; Boden: Kalkstein-Ton tiefgründig, der Mutterfelsen bereits in 50-60 cm Tiefe, höhrer Tonanteil; Ausbau in 30% neuem Eichenholz; weder geschönt noch gefiltert; Höhepunkt: 5-6 Jahre (-15 Jahre+).

2005:Drei atemberaubende Villages Virgiles in diesem Jahr! Schwer vorstellbar, wie ein Chambolle-Village mehr faszinieren kann: tiefer im Geschmack, eleganter im Ausdruck, präziser, schwungvoller, dichter in der Frucht (framboise!), komplexer in den Tanninen als der 'normale' Chambolle Virgiles. Unwiderstehlich, traumhaft! Die absolute Höchstbewertung der RvF 07/2006 führt hier jedenfalls auf keine falsche Fährte. Sicher einer der 2,3 Referenzweine der Appellation in diesem Jahr. Ganz und gar wunderbar!


 

Morey St. Denis Vieilles Vignes, A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: mehr als 50 Jahre; Boden: drei verschiedene Parzellen aus dem Süden, der Mitte und dem Norden der Appellation (Très Girard, Bas-Chenevery, Cognées), Kalkstein-Ton tiefgründig, der Mutterfelsen bereits in 60-80 cm Tiefe, Felsen, Sandanteile, Kiesel (Oberboden); Ausbau in 25% neuem Eichenholz; weder geschönt noch gefiltert; Höhepunkt: 5-6 Jahre (-15 Jahre+).

2007: Einer der beiden fabulösen zwei neuen Weine in 2007, bei denen es nicht gelang, abzulehnen. Dieser Morey stammt aus den Lagen 'Très Girard', 'Bas-Chenevery' sowie 'Les Cognées', die Reben sind über 50 Jahre alt. Virgile tut eine Menge für die Reputation Morey St. Denis' mit solchen Villages: vielleicht etwas weniger Energie und Biß als 'En la rue de Vergy', doch erstaunlich komplexe, verfeinerte Art hier insbesondere für einen Village, was sich bis in die Tannine fortsetzt. Als “rassig und harmonisch” qualifiziert Bourgogne aujourd'hui (Höchstbewertung Appellation Morey St. Denis) den Wein und diese korrekt bestimmte Kombination ist einfach aufregend. Auch hier die typische dunkle Fruchtigkeit Moreys, die einnehmend-samtige Textur aller Weine Virgiles und ein ausgezeichneter Nachklang, die niedrigen Erträge waren nicht für umsonst. “Ein Spitzen-Village” (Sarah Marsh, 16.5 -17/20), “ein ziemlich köstlicher Village” (Tanzer, 87-90). Korrekt. 'En la rue de Vergy' und Vieilles Vignes Virgiles in 2007 könnte denjenigen die Augen in Sachen Morey öffnen, die bis jetzt meinen, Morey ignorieren zu müssen. Virgile nimmt an, daß, ähnlich wie bei den 2004ern praktiziert, auch die 2007er sich nicht verschließen werden, werden sie relativ früh (Januar/Februar 2009) abgefüllt.



Sarah Marsh, Master of Wine, The burgundy briefing Issue 11, 2009 über den 2007er Morey V.V. (16.5 - 17/20))
„Intensives, leicht rauchiges Fruchtaroma. Pfeffer, Grafit, und Orangenhaut. Sehr geschmeidig und seidig im Geschmack. Sehr verfeinerter Stoff. Wunderbar vibrierend zudem im Stoff. Die Tannine sind seidig und der Wein besitzt gute Tiefe in der Mitte des Geschmacks mit wunderbarer Energie. Ein Spitzen-Village."

 

Morey St. Denis 'En la rue de Vergy', A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 35 Jahre+; Boden: Kalkstein-Ton tiefgründig, steile Hanglage, dicker Geröllbelag; Ausbau in 25% neuem Eichenholz; weder geschönt noch gefiltert; Höhepunkt: 5-6 Jahre (-15 Jahre+).

2007: “Chambolle-like” (Tanzer) ist der auf seinem Level ebenso begeisternde (nominelle) Village 'En la rue de Vergy' nur in der Finesse des Stoffes, die Aromatik verweist auf Morey: dunkle Fruchtnoten, Veilchen und Trüffeln sind da, Anklänge an Champignons und Zimt. Ein (guter) Morey St. Denis kommt in einem rubinroten Mantel mit einer samtenen Schleppe einher, so sagt man in Burgund, und dieser Morey, direkt plaziert oberhalb des Clos de Tart, rechtfertigt diese Beschreibung. Hat mehr Verve, mehr Energie als Virgiles Chambolle V.V. und sein Gevrey (beide nicht im Angebot) – der Boden der Lage ist stark kalksteinhaltig und weist viele Steine auf. Ein besonderer Morey, ein kleiner Bruder des Clos de Tart in der Art. Nicht nur für mich ein superlativer, brillanter Village: “Wunderbar” (Marsh, 16.5 - 17/20). Exzellente Länge für einen Village.


Sarah Marsh, Master of Wine, The burgundy briefing Issue 11, 2009 über den 2007er Morey St. Denis 'En la rue de Vergy' (16.5 - 17/20))
„Aromatisch reich, beachtlich ausladend mit einer Spur Rauchigkeit. Sehr süß in der Geschmacksattacke. Anständige Tiefe und Biß in der Geschmacksmitte, die Tannine sind fein strukturiert. Wirklich saftig in den Obertönen des Geschmacks mit dunkler Heckenfrucht. Besitzt recht gute Intensität und zeigt etwas Zimt im Finale. Wunderbar."

Michel Bettane/Thierry Desseauve, Le Grand Guide des Vins de France 2010 über den 2007er Morey St. Denis 'En la rue de Vergy' Virgile Ligniers(16/20))
„Deutlich kompletter als der simple Morey Village, fleischiger im Stoff, Tannin von Raffinement, große Länge, ein Modell seiner Art und einer der schönsten Villageweine des Jahres!"

 

Morey St. Denis 1er Cru "Les Faconnières", A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 60 Jahre+; Boden: Kalkstein tiefgründig, Kies u. Lehm an der Oberfläche; Ausbau in 1/3 neuem Eichenholz; weder geschönt noch gefiltert; Höhepunkt: 5-6 Jahre (-15 Jahre+).

2007: 1948 gepflanzte Reben, 6 Augen pro Stock. Stets der dichteste Morey 1er Cru im Keller Virgiles und der 1er Cru mit dem größten Volumen, der größten Tiefe des Geschmacks. Der Chenevery wirkte etwas länger im Geschmack, aber der Faconnières explodiert in der Mitte des Geschmacks, besetzt die Geschmackspalette mit Nachdruck und Energie. Auch dies aber ein offener, klarer Wein, dessen Eckpfeiler Ausgewogenheit und Purheit sind. Einen “kraftvollen mineralischen Biß im Finale”, notiert Marsh (18/20), womit nicht im geringsten Härte gemeint ist (Tanninhärte stammt von Unreife und/oder zu starker Extraktion bzw. auch Manipulation per Tanninzusatz, Mineralität ist ein wesentlich belebendes Element bei einem guten Burgunder und fehlt so vielen fruchtig-süßen Pinot Noirs/Spätburgundern), sondern der mineralische Zug, den der Kalksteinboden hier dem Wein bis ins Finale mitgibt. Schöne Zukunft also hier. Himbeere, dunkle Schokolade und würzige Noten in den Aromen. Etwas weniger natürlicher Alkohol als in 2006, der 06er ist deshalb etwas voluminöser, der 07er präziser.


 

Clos de la Roche Grand Cru, A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: teilweise 15, teilweise 55 Jahre; Boden: Kalkstein tiefgründig, dünne Lehmschicht an der Oberfläche; Ausbau in 50% neuem Eichenholz; weder geschönt noch gefiltert; Höhepunkt: 7-10 Jahre (-25 Jahre+).

2007: Die Fortschritte Virgiles lassen sich am besten mit der Entwicklung seines Clos de la Roche belegen. Sicher, das große Lob von Bourgogne aujourd'hui 04/05 - 2009 des 2005er und 2006er Clos de la Roche Virgiles ist nicht unberechtigt, doch keiner der beiden erreicht ultimativ die Präzision und die Klasse des 2007er Clos de la Roche. Mit Virgile ziehe ich den 2007er ob seiner (etwas) größeren Stimmigkeit, Balance, seiner klareren Definition eines Clos de la Roche vor. - “Üppige Verführung”, stellte Sarah Marsh (18.5/20) an dem Wein zurecht fest, ein luxuriöser Reichtum des Geschmacks zeichnet den Wein aus, eine wohlige Fülle, die ohne jede Schwere daherkommt. Da ist die für den Clos de la Roche so typische dunkle Schokolade in den Aromen, der Wein ist expressiv und explizit Clos de la Roche. Volumen verhindert hier nicht Eleganz, Kraft nicht Sinnlichkeit, das Paradox, zu dem im Höchstmaß großer Burgunder fähig ist. Verkehrt ist es nicht, wenn die Revue du vin de france 06/2008 hier "große Klasse" konstatiert (wozu allerdings die unvermeidliche Bepunktung grotesk unpassend ist).

“Die Tannine sitzen wie Samt in dem Wein, der über ein wunderbar langes und kraftvolles Finale verfügt und insgesamt äußerst harmonisch ist”, notiert Marsh, so einen wirklich großen Wein beschreibend. “Wunderbar in jeder Hinsicht”, kommentiert beeindruckt Meadows, “strong juice” der unterkühlte Stephen Tanzer. Die Ostexposition des Clos de la Roche öffnet sich optimal zur aufgehenden Sonne, kaum 30cm dick ist der Oberboden, der Pinot, Liebhaber des Kalksteins, wurzelt hier in den Spalten, die ihm der Kalkstein des mittleren Jura bietet. Öffnen Sie diesen Clos de la Roche ab etwa 2014, zusammen mit einem Charolais, Wild mit Champignons oder einem Citeaux (leider in Deutschland nicht erhältlich) wird dies ein schöner Moment.

Unsere Speisenempfehlung Unsere Speisenempfehlung
Auch zu Huhn mit Morcheln, Trüffelgerichten
 
Michel Bettane/Thierry Desseauve, Le Grand Guide des Vins de France 2010 über den 2007er Clos de la Roche Grand Cru Virgile Ligniers(17/20))
„Superber Stoff, zivilisertes Tannin, ein harmonischer, kompletter Wein, klassisch, würdig der Reputation dieses jungen Erzeugers."

 

Clos St. Denis Grand Cru, A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: teilweise 15, teilweise 55 Jahre; Boden: Kalkstein tiefgründig, von Eisenoxyd durchzogen, dünne Lehmschicht an der Oberfläche; Ausbau in 50% neuem Eichenholz; weder geschönt noch gefiltert; Höhepunkt: 7-10 Jahre (-25 Jahre+).

2007: Clos St. Denis, das ist der Musigny Moreys, also eine Apotheose an Finesse, damit an Vornehmheit des Ausdrucks! Moderner Hierarchiewahn muß alles in eine Reihenfolge bringen, alles aneinander messen, eine Vergleicherei ohne Ende beginnen. Der Verfasser dieser Zeilen weigert sich jedoch, den Clos de la Roche am Clos St. Denis anhand der üblichen Kriterien zu messen. Andersherum: wäre der Clos St. Denis kraftvoll wie ein Clos de la Roche, voluminös wie jener, wäre er kein typischer Clos St. Denis. Umgekehrt umgekehrt, ein Clos de la Roche wird wohl nie die ultimative Finesse eines Clos St. Denis haben (was nicht heißt, daß er keine oder zu wenig Finesse habe!). Muß ich den Weinen also mit dem Verweis auf die tatsächlichen oder vermeintlichen Vorzüge seines Gegenüber einen Vorwurf machen ? Oder kann ich nicht vielmehr eher sagen, beides seien extrem gelungene Ausdrücke ihrer Terroirs, auf die man übrigens nicht wie auf einen großen Bordeaux erst 20 Jahre warten muß, damit sich Vergnügen einstellt. Daß der Clos St. Denis aufgrund der Intensität seiner Delikatesse meine Sinne mehr streichelt als der Clos de la Roche, heißt umgekehrt keineswegs, daß der Clos de la Roche nicht ebenso, nur anders (!), Begeisterung bei mir auslöst. Als ob man nur Beethoven oder nur Mozart lieben könnte! In der Verkürzung auf die Hierarchie, auf die Wertung, zeigt sich auch ein Disrespekt vor der spannenden Unterschiedlichkeit der Natur, von der man wenig wissen will.

Burgund heute ist in der Spitze wieder dabei (und gut beraten), das Naturell der Lagen zu respektieren. Und Respekt gehört m.E. nur den Winzern, die dies tun und keine Unterwerfung unter marktbeherrschenden Geschmack praktizieren. Die großen Terroirs Burgunds enthüllen sich nur in Respekt und Simplizität, nicht in Önologie und Auftrumpferei des Winzers für frühe Vergleichsverkostungen. Wenn das Naturell der Trauben respektierende Weine vielleicht keine 100 Punkte erhalten oder Sieger in Jungverkostungen werden, ist das nicht ungerecht oder schlimm, sondern eher folgerichtig.


Michel Bettane/Thierry Desseauve, Le Grand Guide des Vins de France 2010 über den 2007er Clos St. Denis Grand Cru Virgile Ligniers(17/20))
„Von bemerkenswerter Typizität mit Noten von Rosen und Weißdorn, voller Rasse, subtil, vollkommen verschieden wie es sein muß vom nahe gelegenen Clos de la Roche. Ein kleines Wunder in einem Jahr, das günstig war für diesen Grand Cru."
 
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