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Domaine Thibault Liger-Belair, Nuits St. Georges - die Weine


Thibault Liger-Belair


Bernard Burtschy, Gault Millau Vin, 2005, - Entdeckung des Jahres
„Thibault Liger-Belair hat sofort gewußt,, wie man große Weine schafft, zweifellos keine kleine Sache."





















 Die Weine


 

Hautes Côtes de Nuits rouge 'Le Prieuré', A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 30 Jahre; Boden: Kalkstein, kiesel- und geröllhaltig; Ausbau während 18 Monaten in 20% neuen Holzfässern (nur 3 Jahre perfekt getrocknetes Holz wird verwendet); weder geschönt noch gefiltert; Maturität: nach 2-3 Jahren (bis 8 Jahre+)

2004:Mit einer Neigung von mehr als 30% ist dies eine Hanglage, die das Reifen der Trauben favorisiert. 12.9° natürlicher Alkohol, der Reichtum, das Fett des Stoffes ebenso wie die Farbe sind erstaunlich auf diesem Level. Ein Winzer kann keinen besseren Beleg für die Güte seiner Arbeit liefern als einen gelungenen Hautes Côtes vorzulegen. Den hier jedenfalls konnten wir nicht ausschlagen. Bravo!


 

Bourgogne rouge 'Les Grands Chaillots', A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 28 Jahre; Boden: Kalkstein, Kiesel, Lehm und Geröll; Ausbau während 18 Monaten in 20% neuen Holzfässern (nur 3 Jahre perfekt getrocknetes Holz wird verwendet); weder geschönt noch gefiltert; Maturität: nach 3-4 Jahren (bis 10 Jahre+)

2004:Die Parzelle befindet sich ggü. den 1er Crus 'Les Cailles' und 'St. Georges'. Ein Bourgogne wirklicher Struktur und intensiver Aromatik – nicht unbedingt die Kennzeichen normaler Bourgogne. Die Tannine sind hier komplexer und nobler als beim Hautes Côtes, es lohnt sich, hier 1,2 Jahre zuzuwarten, um den Wein in seinem ganzen Potential einzufangen. Kann man blind erneut für einen Village halten, ein größeres Lob ist einem Wein schlecht zu machen, als daß er die nächste Appellationsstufe erreicht.


 

Nuits St. Georges 'La Charmotte', A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 42 Jahre; Boden: tonhaltiger Kalkstein, kieselhaltig; direkt an den 1er Cru 'Les Argillats' grenzend; Ausbau während 18 Monaten in 40% neuen Holzfässern (nur 3 Jahre perfekt getrocknetes Holz wird verwendet); weder geschönt noch gefiltert; Maturität: nach 4-5 Jahren (bis 15 Jahre+)

2006: 1962 gepflanzte Reben, sélection massale. Ein Village von der nach Vosne-Romanée gerichteten Nordseite derr Appellation Nuits St. Georges, direkt unterhalb der 1er Crus 'Aux Argillats' und 'Bousselots'. Es ist vielleicht am meisten die Entwicklung dieses Weines seit 2002, der dem größten Skeptiker (und dort draußen gibt es sie noch immer!) in Sachen Bedeutung der Weinberrgsarbeit zu denken geben müßte. Die Revitalisierung des Bodens – der Boden ist jetzt locker, die Farbe hat sich von grau zu einem eisenfarbenen Rot gewandelt – hat auch den entspringenden Wein vitalisiert, ihm Schwung, zusätzlichen Reichtum und Länge gegeben: «Je tiefer die Reben sich verwurzeln, um so mehr gewinnt der Wein an Defiinition..» (Thibault Liger- Belair). Ich bewundere hier diie verblüffende Eleganz, die Lebendigkeit und Köstlichkeit des Stoffes – wenn man das Appellationslevel sieht. Die vornehme Süße hier kann allein reifen Trauben entspringen, die Tannine sind schön ummantelt. Der 2004er Charmotte beginnt aktuell köstlich zu schmecken, was beweiist, daß 4 -6 Jahre Lagerung dem Wein guttun. Stephen Tanzer ("solid tannins") muß sich keine Sorgen um den Wein machen, denn wenn Tannine reif sind, reift ein Wein stets gut heran. Ab 2011.



 

Vosne-Romanée 'Aux Réas', A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 50 Jahre; Boden: tonhaltiger Kalksteinboden mit wenig Lehm und Kieseln, angrenzend an den 1er Cru 'Clos des Réas'; Ausbau während 18 Monaten in 40% neuen Holzfässern (nur 3 Jahre perfekt getrocknetes Holz wird verwendet); Maturität: nach 4-5 Jahren (bis 15 Jahre+)

Vosne-Romanée! Welches Raffinement, welch samtiger Stoff, welch verführerische Aromatik nach Erde und Gewürzen! Die Reben, so Thibault, wachsen hier quasi direkt auf dem Kalksteinboden, so wenig Obergrund ist hier vorhanden. Aux Réas ist heute eine Villagelage, im 19. Jahrhundert jedoch noch als eine von heute 3 Village-Parzellen als 2ème classé-Lage eingestuft! Die Reben sind ca. 50 Jahre alt und erzeugen hier einen mustergültigen Vosne. Kann als Lehrbuch-Vosne auf Weinseminaren verwendet werden.



 

Chambolle-Musigny 1er Cru 'Les Gruenchers', A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 42 Jahre (gepflanzt 1965, zugekaufte Trauben); Ausbau 12 Monate im Holz (ca. 1/3 neues Holz, nur 3 Jahre perfekt getrocknetes Holz wird verwendet)), danach 4 Monate im Stahltank; weder geschönt noch gefiltert; Maturität: nach 6-8 Jahren (bis 20 Jahre+)

2007:Gruenchers ist ein direkt an den Bonnes Mares grenzendes Terroir. Ein ausgeprägter Tonboden hier, was dem Wein Tiefe des Geschmacks, Geschmeidigkeit und finessenreiche Rondeur gibt. Unmittelbar einnehmender Stoff hier, gepolsterte Samtigkeit. Definitiv ein Wein der Verführung, der einen Elio Altare begeistern würde. Das ist kein massiv konzentrierter Wein, sondern einer des Details und köstlicher Intensität. Wunderbar auch in seinem anhaltenden Finale, das "rassig und nachhaltig ist" (Meadows, 88-91)

Sarah Marsh (The burgundy briefing) hat die (besten) 2007er Weine Chambolle-Musignys so und nach unseren Erfahrungen zurecht so beschrieben: "Chambolle-Musigny ist unter den Höhepunkten des Jahres.Das sind delikate und zugleich intensive Weine. Sehr gute Definition der Aromen. Der Jahrgang hat den Stärken des Charakters von Chambolle in die Hände gespielt, lebendige Aromatik und Mineralität hervorhebend."



Allen Meadows, Burghound Issue 33, 2009, über den 2007er Chambolle-Musigny 1er Cru 'Gruenchers' Thibault Liger-Belairs
"There is no reduction here however and the nose is classic Chambolle with an elegant, airy and attractively layered red pinot fruit nose laced with stone and plum notes that are picked up by the relatively light and supple flavors that are not particularly concentrated but detailed, delicious and precise, all wrapped in a racy and persistent finish. This is light but focused."
 

 

Nuits St. Georges 1er Cru 'Les St. Georges', A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 62 Jahre (1944 gepflanzt); Boden: dunkelbrauner Kalkstein, sehr kieselhaltig; Ausbau in 50% neuem Holz (nur 3 Jahre perfekt getrocknetes Holz wird verwendet); weder geschönt noch gefiltert; Maturität: nach 7-10 J. (bis 30 Jahre+).

2007: Mit 2,1 ha – eine für Burgund sehr große Parzelle - ist Thibault der größte Eigner dieser Lage, die seit altersher zu den größten der Côte d'Or gezählt wird. Dom Denise, von dem der meines Wissens nach einzige Text zur Philosophie und Praxis des Weinbaus unter den Zisterziensermönchen stammt (1779): „Im climat von Nuits befinden sich die verschiedenen Lagen: St. Georges, Didiers und Vaucrains. Alle Weine, die von hier stammen, sind exzellent.“ Daß alle Weine aus diesen Lagen noch heute exzellent sind, diese Behauptung ist zwar aufgrund der unterschiedlichen Arbeit der Besitzer nicht mehr aufrechtzuerhalten (allerdings sind die drei m.E. nach fähigsten Domänen Eigner am St. Georges - Chavillon, Gouges, Thibault Liger-Belair), doch daß Thibaults Exemplar des St. Georges (1944 in sélection massale gepflanzte Reben) in 2007 sich in die große Tradition der Lage, einen der größten Weine der Côte de Nuits hervorzubringen, einfügt, steht außer Zweifel.

„Ein wunderbar aromatischer, purer Wein mit fantastischer Energie und Länge“, so Tanzer zurecht (90-93). Jancis Robinson, die zumindest manchmal ein paar Schwingungen eines Weines mehr mitbekommt als der etwas klinisch-unterkühlte Tanzer: „Tief und reich und sehr exotisch. Verweist die Simplizität so vieler 2007er in ihren Rahmen. Lang und trocken im Finale. Ein sehr aufregender Wein. Großartiges Finale mit einem Schwung von Flora und Fauna.“ (18/20) Zusammen mit dem 2005er – bitte nicht vor 2015 öffnen! - sieht Thibault selbst den 2007er als den feinsten, den er bis dato erzeugte. Was hohes Lob angesichts der St. Georges aus 2002, 2003, 2004 und 2006 ist! Stets faszinierend bei dieser mengenmäßig großen Cuvée die Entwicklung des Weines in den verschiedenen Fässern zu sehen. St. Georges wird Grand Cru werden und jedenfalls in den Händen Thibaults, Chevillons und Gouges wäre diese Etikettänderung nur eine Anpassung an die Güte des Flascheninhaltes. Profitieren wir einstweilen von dem insofern sehr zurückhaltenden Preis. Oder wo finden wir sonst noch einen Grand Cru solcher Statur zu einem solchen Preis ? Ab 2013/14 – 2025+. Preis in Burgund (Caviste): 62,90 €.






Allen Meadows, Burghound Issue 33, 2009, über den 2007er Nuits St. Georges 1er Cru 'Les St. Georges Thibault Liger-Belairs 90-93/100
"This offers a huge step up in both aromatic elegance and depth with a highly complex, pure and airy nose of primarily dark berry fruit, subtle spice notes and soil tones that can also be found on the long, powerful and focused broad-shouldered flavors that deliver a minerally and strikingly textured mouth feel on the gorgeously long finish. Terrific and recommended."
 

Emmanuel Delmas, Pariser Sommelier der hohen Gastronomie, über den 2007er Nuits St. Georges 1er Cru 'Les St. Georges Thibault Liger-Belairs ******
"Die Reduktion der Nase ist nobel, von der Tiefe des Geschmacks berichtend, der würzige Noten, Anklänge an Pelz und Fleisch aufweist. Dunkelfruchtig. Der Geschmack öffnet sich über einem dichten, dann frischen Stoff auf der Frucht und würzigen Noten. Das Finale bietet köstliche Tannine, bemerkenswerte Nachhaltigkeit, der Beginn einer komplett zivilisierten Autorität des Geschmacks. Ein bemerkenswerter Wein."
 
Bettane/Desseauve, Le Grand Guide des Vins de France 2010 über den 2007er Nuits St. Georges 1er Cru 'Les St. Georges Thibault Liger-Belairs 17.5/20 - Referenzwein in seiner Appellation und seinem Jahrgang
"Der Hauptanteilseigner dieses Terroirs hat nicht versagt, der Wein zeigt ein nobles Bukett, ist sehr lang und von großem Reichtum des Geschmacks."
 


 

Corton Grand Cru rouge 'Le Rognet', A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: ca. 40 Jahre; Boden: dunkelbrauner Kalksteinmergel, kies- u. lehmhaltig; Ausbau in 50% neuem Holz (nur 3 Jahre perfekt getrocknetes Holz wird verwendet); weder geschönt noch gefiltert; Maturität: nach 7-10 J. (bis 20 Jahre+).

2004: 29 hl/ha Ertrag hier. Der Wein hatte im Juni 2005 im Vergleich zum März desselben Jahres einen gewaltigen Satz nach vorne gemacht! Nach den enttäuschenden Cortons Prince de Mérodes in 2004 widerlegt dieser Wein die - mal wieder - entsetzlich verallgemeinernde, daher falsche Saga, Cortons seien prinzipiell in 2004 aufgrund von Übererträgen nur mangelnd reif. Bourgogne aujourd'hui (Höchstbewertung) schreibt begeistert nach der großen Corton-Verkostung: « Wenn wir einen coup de coeur zu vergeben hätten, würde dieser Corton sicher den Vogel abschiessen. Die Aromen sind fein und elegant, unterstützt durch gut eingefügtes Holz. Die Tannine sind merklich, aber köstlich.» Es leben die fähigen Winzer wie Thibault, die zeigen, daß Burgunds Terroirs in jedem Jahr zu ihrer Größe finden können!



 

Clos Vougeot Grand Cru, A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 57 Jahre; Boden: kieshaltiger, steiniger Kalksteinboden, im Süden der Appellation direkt angrenzend an den Grand Cru 'Echézaux', Ausbau in 50% neuem Holz (nur 3 Jahre perfekt getrocknetes Holz wird verwendet); weder geschönt noch gefiltert; Höhepunkt: nach 7-10 Jahren (bis 20/25 Jahre+).

2004:13.9° natürlicher Alkohol. Auch dieser Wein sagt unmißverständlich Grand Cru. Wie bekannt ist das Etikett für Größe überhaupt keine Garantie – das gilt nicht nur für Burgund. Thibaults gewaltiger, dennoch harmonischer Clos Vougeot aus 2004 ist jedoch wunderbar, «er hat alles, um einen weiten Weg zu gehen», wie Bourgogne aujourd'hui (Höchstbewertung) feststellt. «Ein dichter und in der Geschmacksmitte fester Wein mit schönen Tanninen, einem reifen Finale und guter Länge», stellt auch die RvF trocken fest (zweithöchste Bewertung aller Clos Vougeot). Ältere, gereifte Clos Vougeot sind großartig, dieser, der wahrscheinlich aber nicht so lange leben wird wie ein 1865er Clos Vougeot, der in 2004 noch präsent war, wird ebenfalls jene betörende Samtigkeit und erdbetonte Komplexität annehmen, für die ältere Clos Vougeot so berühmt sind - Clos Vougeot wurde von den Kennern des 19. Jahrhunderts nicht umsonst als 'Tête de Cuvée' - also unter den allerbesten Lagen Burgunds überhaupt - eingestuft. Die Parzelle Thibaults grenzt im Süden der Appellation an den Grand Cru Echézaux.


 

Richebourg Grand Cru, A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 70 Jahre; Boden/Lage: Aus der Parzelle 'Les Richebourgs', lehmiger-sandiger Kalksteinboden mit Kalksteintrümmern an der Oberfläche, kieselhaltig; Ausbau in 50% neuem Holz (nur 3 Jahre perfekt getrocknetes Holz wird verwendet); weder geschönt noch gefiltert; geniessen: nach 7-10 Jahren (bis 20/25 Jahre+)

2004: 14.1° natürlicher Alkohol. Immerhin 0,55 ha besitzt Thibault an diesem zu Recht legendären Grand Cru. Ähnlich wie ein Montrachet auf Weißweinseite, ist jeder Schluck eines großen Richebourg ein unvergessliches Erlebnis, ein privilegierter Moment im Leben. Einmal bin ich mit Hubrecht Duijker uneins, jedenfalls was die Präzision seiner Wortwahl anbetrifft. Ja, kolossal ist der Wein schon, aber nicht im Sinne umwerfender Wucht, sondern im Sinne berauschend-betörender Eleganz, Vornehmheit, Reichheit des Stoffes und Sinnlichkeit. «In seiner besten Form ist Richebourg unvergleichlich» , schrieb Matt Kramer und meinte, «Wenn man eine neue Hierarchie in Burgund etablieren würde, ist es eine reelle Annahme, daß Richebourg eher als Romanée-Conti zum größten aller roten Burgunder gesalbt werden würde.» (Making sense of burgundy) Hierarchie hin, Hierarchie her, dieser Richebourg kommt in unsere eigene, enge Auswahl der all-time favorites der bis jetzt verkosteten Weine, unsere Liebe an dieser Stelle teilen RvF und Bourgogne aujourd'hui nicht von ungefähr.

Letztes Update: 08/2010

 
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