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Domaine Prince Florent de Mérode, Ladoix-Serrigny - die Weine


Château de Serrigny
Das Château von Ladoix-Serrigny, Sitz der Familie de Mérode





















 Die Weine


Ladoix 1er Cru blanc 'Les Hautes Mourottes', A.C., 2002
Chardonnay; Rebalter: 55 Jahre; Boden: geröllhaltiger weißer Kalksteinboden mit Tonanteilen; Ausbau in 30% neuen Eichenholzfässern während 14 Monaten; mit Eiweiß geschönt, nicht gefiltert; Maturität: nach 2-3 Jahren (bis 10 Jahre+).

Oft zutreffender als die manchmal arg dilettierenden Einschätzungen des Weinjournalismus finde ich die Beschreibungen der Kenner des 19. Jahrhunderts. Camille Rodier etwa beschreibt die Weißweine der Hanglagen des Corton-Hügels sehr treffend, wenn er bemerkt: "Der Chardonnay besitzt hier großen Schwung, ist reich an Alkohol, männlich, voller Kraft und hat das Parfum von Zimt und Feuerstein". Wenn man einen Wein wie diesen Ladoix 1er Cru blanc, der in Anbetracht seiner Güte nahezu zu einem Freundschaftspreis offeriert wird, findet, kann man unmöglich daran vorbeigehen. Entdecken Sie eine neue Facette des Universums des Geschmacks, die sich hier wie oben beschrieben auftut. Bravo, Didier Dubois!


 

Aloxe-Corton 1er Cru rouge 'Les Maréchaudes', A.C., 2002
Pinot Noir; Rebalter: 50 Jahre+; Boden/Lage: mergeliger Kalkboden mit Kiesel angrenzend an den Grand Cru 'Les Maréchaudes'; Ausbau in 30% neuem Holz; weder geschönt noch gefiltert; Höhepunkt: nach 4-5 Jahren (bis 12 Jahre+).

Es ist das Verdienst Dubois', durch rigorosere Selektion des Traubenmaterials und intelligente Vinifikation die inhärente Eleganz der Terroirs der Lagen von Ladoix und Aloxe-Corton enthüllt zu haben. Auch bei diesen Lagen gilt: das Image des etwas rustikalen Weines ist kein natürliches Kennzeichen dieser Lagen, sondern das Resultat der Winzersarbeit. Die in 2002 erzielte phenolische Reife erweist sich im wundervoll samtigen Stoff ("nicht die Spur aggressiv", umschreibt Coates diesen Umstand) dieser 1er Cru Partie der Maréchaudes-Lage. Die Aromatik wird dominiert von roten Früchten und erdigen Noten, der Wein besetzt aufgrund seiner Intensität die Sinne und besitzt bereits jene faszinierende Balance zwischen Kraft und Eleganz (auch wenn er beides naturgemäß nicht in dem Maße wie die nachfolgenden Grand Crus besitzt), die Burgunder so berückend und so einzigartig machen. Ein wunderbares Beispiel eines Aloxe 1er Crus zu einem ungemein zivilen Preis


 

Corton Grand Cru 'Les Renardes', A.C., 2002
Pinot Noir; Rebalter: 47 Jahre; Boden: brauner Kalkstein, lehmhaltig, Geröll; Ausbau in 30% neuem Holz; weder geschönt noch gefiltert; Maturität: nach 6-8 Jahren (bis 20 Jahre+).

Renardes bildet mit dem Bressandes und dem Clos du Roi nicht nur das Herz der Grand Cru-Appellation Corton rouge, dies sind auch zweifellos die komplettesten Exemplare dieses Crus. Jedoch unterscheidet sich der Charakter des Renardes von den beiden anderen Lagen. Auch in diesem herrlichen Renardes finden sich nämlich jene oft zitierten 'arômes sauvages', die man der Lage attestiert. Man ist dabei versucht, an die Gerüche des Gartens nach einem Regen zu denken. Ein besonderes Terroir also, das hier einen sinnlichen, dichten Wein von exzellenter Tiefe des Geschmacks und beeindruckender Geschmackspräsenz hervorgebracht hat. Ein hochklassiger Wein umwerfend gut gelungener Balance, bei dem einfach alles an seinem Platz ist. Wunderbar. Die Wertschätzung von Coates (18/20) ist ok.


 

Corton Grand Cru 'Les Bressandes', A.C., 2002
Pinot Noir; Rebalter: 44 Jahre; Boden: brauner Kalkstein, lehmhaltig, feines Geröll; Ausbau in 30% neuem Holz; weder geschönt noch gefiltert; Maturität: nach 6-8 Jahren (bis 20 Jahre+).

Ein Corton-Bressandes spielt deutlich auf der Klaviatur vollendeter Delikatesse. Ohne jede Strenge liefert dieser wunderbar cremig-reiche Wein ein Geschmacksgefühl, das einen unmittelbar einnimmt. Ich würde dem Renardes ein leichtes Plus an Tiefe attestieren, aber dieser Wein springt gewissermaßen aus dem Glas, ist ein wahres Meisterwerk an früher Harmonie und gewiß ein Jungbrunnen, wenn einen schlechte Laune erwischt. Coates' Begeisterung (18.5/20) teilen wir ohne jeden Abstrich. C'est magnifique!


 

Corton Grand Cru 'Clos du Roi', A.C., 2002
Pinot Noir; Rebalter: 54 Jahre; Boden: brauner Kalkstein, lehmhaltig, feines Geröll; Ausbau in 30% neuem Holz; weder geschönt noch gefiltert; Maturität: nach 6-8 Jahren (bis 20 Jahre+).

Wir teilen auch hier das große Lob von Coates (19.5/20), ohne jedoch besonders auf die vergebenen Punkte (only words can do justice, bemerkt er selbst treffend) eingehen zu wollen: "Gute Farbe. Der beste Corton, den ich in diesem Jahr verkostete. Exzellente Balance, Klasse, Gewicht, Kraft und Intensität. Ein wirklich wunderbarer Wein. Reich, konzentriert und köstlich im Geschmack. Intensiv und herrlich ausgewogen. Sehr, sehr lang." Ein Clos du Roi ist der verläßlichste Corton rouge und oftmals die Apotheose dieses einzigen Grand Crus der Côte de Beaune. Rasse, Kraft und Klasse dieses Weines strafen diejenigen der Unkenntnis, die allein an der Côte de Nuits ihren Pinot Noir-Gral suchen, denn ein großer Corton vereint die Kraft eines großen Côte de Nuits-Weines mit der Geschmeidigkeit der Côte de Beaune und ist also nicht imitierbar. Dr. Lavalle schrieb 1855: "Die Cortons aus guten Jahren sind es wert, den anspruchsvollsten Gourmets vorgesetzt und bei den feierlichsten Anlässen serviert zu werden". Dem ist auch heutzutage so!

 
 
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