Wein-Informationen 
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Goisot Domaine Fèvre          

Domaine du Corps de Garde (Ghislaine & Jean-Hugues Goisot) - die Weine

Bourgogne aujourd'hui Spécial - Die 15 besten Erzeuger an der Yonne
"Chablis ? Nein, gleich daneben! Die ganze Welt hat die Augen auf Chablis geheftet. Dennoch ist es gerade mal ein Dutzend Kilometer hiervon entfernt, daß einer der leidenschaftlichsten Winzer arbeitet. Die Weine Ghislaine und Jean-Hugues Goisots rivalisieren mit den Premier, ja den Grands Crus der benachbarten Appellation. Die Strenge im Weinberg ist groß, die Vinifikation und der Ausbau werden perfekt gemeistert....Heute zählt die Domäne aufgrund der ihren Weinen innewohnenden Güte ganz einfach zum Club der besten Weißweinerzeuger an der Yonne, an der Seite von Raveneau, Dauvissat und Févre."
 

Jean-Hugues Goisot

Ende November 2009 mit Jean-Hugues Goisot verkostet, bewiesen besonders einige 2007er (Cuvées Corps de Garde, Einzelcuvées) sowie 2008er Weine (Aligoté, Sauvignon blancs) das Niveau, das diese Domäne aktuell erreicht: die mineralische Intensität dieser Weine ist in Köstlichkeit des Geschmacks ausgewogen eingefangen und diese Weine sind appetitanregend, animierend, unverbildet und unangeberisch. Und sie sind so wunderbar transparent gegenüber ihren Terroirs. Diese Weine sind insofern ein guter Einstieg für Burgunderneulinge, da sie die Essenz der Philosophie des modernen (wie des alten) Burgunds zum Ausdruck bringen, ohne dabei – wie auch heute noch oft an der Côte d'Or beobachtbar, einen ungerechtfertigten Obolus für Reputation einzufordern. Und Burgunderfahrene sollten diese Weine nicht einfach deshalb ignorieren, weil sie für klar weniger als 20 € zu erstehen sind - jedenfalls bei diesem Berichterstatter.

Seit 1995 importieren wir die Weine der Goisots und die qualitativen Fortschritte seitdem sind ganz einfach beeindruckend. „2008 ergab eine der gesündesten Ernten der Dekade wegen des Nordwinds, der seit dem 01.09. blies“, notiert Jean-Hugues Goisot, „Zucker- wie Säurewerte waren sehr gut.“ Die Goisots, die aufgrund der praktizierten Ertragsbegrenzung wie dem Respekt ggü. der Natur, stets zu früherer wie homogenerer Reife als ihre Nachbarn kommen, sind heute – endlich - frei in der Wahl des Erntezeitpunktes, in Burgund ist der Ban des vendanges de facto außer Kraft gesetzt – in früheren Jahren mußten die Goisots regelmäßig eine Erlaubnis zu früherer Ernte einholen. Die „unwahrscheinliche Qualität“ (Revue du vin de france) der Weine Goisots fanden wir vor allem in bestimmten Weinen, wobei unsere Gaumen explizit den Weinen größerer mineralischer Spannung den Vorzug geben ggü. simplerer, süßerer Frucht, wie sie sich etwa in den einfachen Côtes d'Auxerre etwa wiederfinden. Und vollkommen korrekt schreibt Michel Bettane: „Die 2007er hier sind fabelhaft in ihrer Purheit und Frische, die 2008er kündigen sich mit etwas mehr Reichtum und Fleisch an“. Mit anderen Worten, wer das Terroir respektiert, produziert auch messerscharf die Unterschiede der Jahre.


 Die Weine


Zu entdeckender Wein:
Irancy 'Les Mazelots' rouge (aus 95 Jahre alten Reben). In der Welt des Weines gibt es jenseits der zumeist industriell gefertigten Supermarktweine immer etwas zu entdecken und dafür muß man nicht eigens nach Thailand, China oder nach Südafrika fahren, auch wenn das exotischer anmutet. Bis vor einigen Jahren kannten wir die Appellation Irancy gar nicht. Daß der Pinot Noir an der Yonne zu Hause ist (und dies vor der Reblauskrise jahrhundertelang der Fall war) beweisen solcherart Weine.
 

Aligoté, A.C.,
Aligoté; Rebalter: 10/15 Jahre (1/3), 15/30 Jahre (1/3), 30 Jahre+ 1/3); Boden: Kalk-/Mergelgestein; Ausbau in Edelstahltanks; Höhepunkt: 3-7 Jahre nach der Ernte. Optimal zu trinken bei 11°/12°.

2008: Das Image eines Aligoté wird getrübt durch unzählige armselige Exemplare. Oft verwiesen auf fette Böden, auf denen die ohnehin produktive Aligoté Unmengen produziert (wie der in Deutschland beliebte Dornfelder) und deshalb nie zur Reife gelangt, fristen diese Weine bei Anspruchsvollen ein Schattendasein – eine Situation, die ihre besten Exemplare nicht im mindesten verdient haben! Nicht umsonst war der Montrachet noch bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts mit bis zu einem Drittel Aligoté bepflanzt. Und ältere Generationen muß man nicht deshalb als dumm einschätzen, nur weil sie wie die heutigen keine Schulen besucht haben, in denen ihnen gezeigt wird, wie man Wein optimal manipuliert.

Die feingliedrige Art dieses Aligoté, der in einigen der besten Hotels von Paris insbesondere als Apéritif angeboten wird, hat so gar nichts mit der rustikal-säuerlichen Art zu tun, die ein Aligoté der großen Distribution ausweist. „Delikate Mineralität, ein beeindruckend komplexes Finale“ stellt Allen Meadows (88/100) hier ganz richtig fest. Selbst wenn man die Güte des Aligoté der Goisots kennt wie wir, war ein leises Erstaunen ob der Güte des '08er schwer zu unterdrücken. Sicher ist ein Aligoté wie dieser auch eine überraschende Entdeckung für jene, die in einem Wein zu allererst Süße suchen. Purheit, Frische, Eleganz und zarte Aromatik, Wohlgeschmack sind hier die Leitlinien. Ernsthafter Wein, den man ab dem Sommer 2010 bei 12°/13° C als Apéritif, zu Flußfischen oder Austern geniessen kann. Bis 2018!



Les meilleurs vin s à petits prix - Le Guide de la Revue du vin de france 2010 16/20 über den 2008er Aligoté
"Kein Hinzufügen von Hefen oder Enzymen, sehr geringe Schwefelung: die kleinen Weine (aber gibt es überhaupt kleine Weine bei Goisot ?) wie dieser Aligoté sind untadelig in Sachen Offenherzigkeit und Geradlinigkeit. Hervorgegangen aus einer Selektion alter und junger Reben mit einer Pflanzdichte von 8.000 - 10.000 Stöcken je Hektar - nach dem Modell eines Grand Cru! Ein in dieser Form seltener und unabdingbarer Aligoté."
 

St. Bris 'Exogyra Virgula', A.C.,
Aligoté; Rebalter: 10/15 Jahre (1/3), 15/30 Jahre (1/3), 30 Jahre+ 1/3); Boden: Kalk-/Mergelgestein; Ausbau in Edelstahltanks; Höhepunkt: 3-7 Jahre nach der Ernte. Optimal zu trinken bei 11°/12°.


2008: “Sauvignon blanc ist wie Pinot Noir, diese Rebe verzeiht keinen Fehler“, so Jean-Hugues Goisot im Dezember 2009. Daran gemessen, weiß ich nicht, was man den Goisots hier vorwerfen sollte!! Geboren auf Kimmeridgiengrund, erzeugt von der ursprünglichen, in Prä-Phylloxera-Zeiten in St. Bris heimischen, wenig-produktiven Sauvignon rosé (an der Loire werden viele produktive Klone verwandt, oftmals eher flach schmeckt so mancher Sauvignon dort) genannten Rebe, perfekt durch den vegetativen Zyklus geführt von den Goisots, zum richtigen Zeitpunkt geerntet und keinerlei Manipulation ausgesetzt - so entstehen Weine wirklichen Vergnügens.

Im Probenraum der Goisots kann man Bodenstücke aller Weine betrachten, der Name dieses Weines ist nicht verkehrt gewählt, eine Unmenge versteinerter Austern (Exogyra virgula = kleine Austern) hier! Ja, der Wein ist „unendlich verführerisch und bietet fantastische Qualität“ (Meadows, 89/100). "Welche Purheit im 2008er Exogyra Virgula", schreibt die Revue du vin de france (15.5/20)Der St. Bris Moury von Portlandien-Grund ist weniger unser Fall, etwas mehr auf der reichen Seite, deshalb nicht im Angebot. Geniessen ab 2011 – 2018+ z.B. z.B. zu einer canard á l'orange.



Bourgogne aujourd'hui Spécial Yonne Millésimes 2008/2009 15.5/20 über den 2008er St. Bris Exogyra Virgula
"Die Nase zeigt elegante Aromen. Im Geschmack entwickelt sich der Wein mit Subtilität und Mineralität. Das Ganze drückt sich in Ausgewogenheit und Finesse aus."
 

 

Bourgogne Blanc Cuvée „Corps de Garde“, A.C.
Chardonnay; Rebalter: 60 Jahre (2/3), 10-45 Jahre (1/3); Boden: kreidehaltiger Mergel mit einer Deckschicht aus hartem Portlandkalkstein; Ausbau in ein bis drei Jahre alten Allier-Eichenholzfässern; Höhepunkt: 4-5 Jahre nach der Ernte (bis 10 Jahre+). Optimal zu trinken bei 12°/13°. Profitiert von längerer Sauerstoffzufuhr.

2007:Die Goisots empfehlen, die Corps de Garde-Cuvées, die Selektion der ältesten Reben (> 40 Jahre) nach Öffnung in eine Karaffe umzufüllen und dem Wein eine Lagerungszeit von mindestens vier Jahren zu geben. Deutlich komplexer, aromatischer und dichter im Geschmack als die Cuvée Tradition en blanc. Alkoholische Fermentation traditionell burgundisch im Holzfaß, Ausbau in zwei Jahre alten Fässern. Ein schöner Reichtum des Geschmacks hier, fest und intensiv im Geschmack, alles an seinem Platz, die mineralische Energie hier läßt die reife Frucht nicht süß-lich wirken, sondern vornehm süß. Die relative Komplettheit dieses Weines ist auch Folge eines langen Ausbaus im Faß (was dem Wein Reichweite des Geschmacks verschafft) , auch dies ganz in der burgundischen Tradition, keinerlei finanziellen Erwägungen schnellerer Abfüllung wird hier gewichen. Ein konsistenter Wein, den man zu oft zu jung trinkt (der 2000er ist jetzt perfekt) – und damit das Beste verpaßt. Der 2007er hat etwas mehr Spannung und Purheit als der generösere 2006er. Geniessen z.B. zu Wildlachs ab 2012 – 2020+


Le Guide des vins bio 2010 (Malnic, Lepré, Petrus) vin exceptionnel (4/4)über den 2007er Corps de Garde blanc
"Ein beispielhafter Chardonnay. Versehen mit einer klaren goldgelben Farbe, ist die Nase der reinste und klarste Ausdruck der Rebsorte Chardonnay, jenes Chardonnay aus alten Reben. Denn sie ist intensiv und konzentriert, zeigt ein charmantes Bukett, das Birnen- (Passe-Crassane) mit Apfelaromen (Granny Smith), Noten von Honig und Akazien miteinander verbindet. Die Geschmacksattacke ist pur, kristallin, dann findet der Wein seine Eleganz in Noten von weißen Früchten, Anklängen an Geräuchertes und Brioche. Der Ausbau von großer Klasse in Fässern von nicht-neuem Holz, 12 Monate klang auf den Hefen, ohne jede bâtonnage, macht den Wein delikat und nobel. Der Wein zeigt eine sehr schöne Ausgewogenheit. Das Finale ist lang und animierend."
 

Bourgogne Rouge Cuvée „Corps de Garde“, A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 40 Jahre+; Boden: Kalk- u. Mergel bei starken Anteilen von fossilem Ton; Ausbau in ein bis vier Jahre alten Allier-Eichenholzfässern; traditionelle Schönung mit Eiweiß, keine Filtrierung; Maturität: 3-5 Jahre nach der Ernte (bis 10 Jahre und länger). Optimal zu trinken bei 14° in seiner Jugend und mit 16° im reiferen Alter.

2004:"Diese Domäne überschreitet deutlich das allgemeine Niveau der Appellation", notiert Bourgogne aujourd'hui 08/2007 und das ist auch und gerade in 2004 so überdeutlich. Es gibt keinen Rotwein an der Yonne - Konkurrenz machen sich die Goisots höchstens selbst mit ihrem fabulösen Irancy - , der dieser Cuvée u.E. auch nur annähernd gleichkommt. Auch bei diesem Wein mag der Hinweis nicht überflüssig sein, daß 4,5 Jahre Lagerung den Wein erst entfalten lassen, ihn zur Harmonie, zu größerer Komplexität kommen lassen. Naturgemäß schlankerer Körper als das 2003er Beispiel, aber fast unerwartete Intensität, Geschmackspräsenz. Cassis, Brombeere, schwarze Kirschen, Torrefaktionsnoten der Reife lassen sich unschwer erkennen in der Aromatik, gar etwas Lakritze, was auf die Reife der Tannine verweist. Ein schöner Bourgogne rouge - zuletzt verkostet im November 2006 - der leider fast immer zu früh getrunken wird. Un peu de patience! (GaultMillau Vin 2007: 15/20)


 

Bourgogne Côte d'Auxerre blanc „Gondonne", A.C.,
Chardonnay; Rebalter: 40 Jahre+; Boden: 90% Kimmeridgien; Ausbau in ein bis vier Jahre alten Allier-Eichenholzfässern; traditionelle Schönung mit Eiweiß, keine Filtrierung; Maturität: 3-5 Jahre nach der Ernte (bis 10 Jahre).

2004: Seit einigen Jahren haben die Goisots begonnen, bestimmte Parzellen separat zu behandeln, worin sie die Gleichartigkeit des dort befindlichen Bodens ebenso anerkennen wie ein spezifisches Mikroklima. Mehr als 40 Jahre alt sind die Stöcke - deren Hälfte von Reben der Domaine Raveneau in Chablis stammen - im lieuxdit 'Gondonne'. Besitzt mehr Eleganz, mehr Extrakt, mehr Volumen als der weiße Corps de Garde. “Weißer Bourgogne kann ganz einfach nicht besser werden”, deklamiert Allen Meadows (91/100). Wie viele Grand Crus aus Chablis besitzen diese formelle Perfektion ? Es ist bizarr und wird auch von den Goisots selbst nicht nachvollzogen, daß das Classement der RvF 2007 den weißen Corps de Garde und den Gondonne gleich hoch bewertet. Essayez-ca encore une fois, Messieurs! Gondonne wird nur in besonders guten Jahren erzeugt,wir ziehen die Cuvée der Cuvée Biaumont vor, weil sie die Mineralität des Kimmeridgien in sich trägt. Großartiger Wein.

 

Irancy rouge „Les Mazelots"“, A.C.,
Pinot Noir; Rebalter: 97 Jahre; Boden: Kalkstein-Mergel; Ausbau in ein bis vier Jahre alten Allier-Eichenholzfässern; traditionelle Schönung mit Eiweiß, keine Filtrierung; Maturität: 3-5 Jahre nach der Ernte (bis 10 Jahre).

2004: Irancy ist die bekannteste Rotweingemeinde im Auxerrois, Heimat auch der rustikalen Rebsorte César (ursprünglich mediterraner Herkunft), deren Geschmack wir nicht arg viel abgewinnen können – erst im direkten Rebsortenvergleich wird man sich oft erst wieder völlig bewußt, wie nuanciert und delikat Pinot Noir ist. 97 Jahre sind die Reben dieser Parzelle in Irancy, einem zauberhaft gelegenen Ort im Auxerrois, und der Weinberg ist ausschließlich mit Pinot Noir bepflanzt. Der Wein besitzt eine faszinierende Ursprünglichkeit, Unverwechselbarkeit des Geschmacks. Brombeere, würzig-animalische Noten tragen den Geschmack, der schwungvoll auf dichten, reifen Tanninen endet, die perfekt vom Saft umschlossen sind. Der Wein wird nicht durch Alkohol und Restzucker dominiert, bleibt also perfekt erfrischend. Nach unseren Proben in Irancy konnten wir nicht erwarten, daß die Gemeinde so etwas liefern kann. Höchst empfehlenswert. Jung verkostet, ist hier der letzte Schluck der beste, Zeichen, wie sehr auch dieser (Jung-)wein von Sauerstoffzufuhr, mithin von Lagerung profitieren wird. Völlig ungeschminkter, wunderbar ausgewogener Wein.

Gault Millau Vin 2007 17.5/20 über den 2004er Irancy 'Les Mazelots'
"Ein sehr großer Wein in einer 'kleinen' Appellation! Eine erstrangige Weinbergsarbeit, eine sorgfältige Vinifikation, die das richtige Maß bewahrt und die Finesse und nicht Üppigkeit in den Vordergrund stellt, ein angemessener Ausbau, alles kommt zusammen, um einen großen delikaten Wein zu erzeugen. Die Nase zeigt sich floral (Lilien, Rosen) und feinwürzig, verstärkt durch Früchtearomen (Kirsche, schwarze Johannisbeere). Der Geschmack bringt Zartheit und Leichtheit ohne es an Relief noch an Köstlichkeit (Vanille, Café) fehlen zu lassen."
 
 
 
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